Nissan Patrol

Patrol: Versorgerbatterie

Nachdem ich mich gestern mal wieder mit meiner Energiebox beschäftigt habe, war ich der Meinung, dass hier im Blog ein Artikel zu dem Thema überfällig wäre. Die erste Version der Box hatte ich bereits kurz nach dem Kauf des Wagens 2015 installiert. Version 2.0 folgte dann im Jahr 2016, also vor ca. zwei Jahren.

Über die Gründe für den Einbau einer Verbraucherbatterie hatte ich bereits an anderer Stelle geschrieben. Könnt ihr dort nachlesen, ist immer noch zu 100% korrekt.

Natürlich lernt man im Laufe der Jahre dazu. So wie wir das 2010 im Kia Sorento installiert hatten, würde ich es heute nicht mehr machen. Die Kabel wären mir heute zu dünn und auch die Anzahl der Verbraucher im Auto ist in den letzten acht Jahren angestiegen, so dass andere Lösungen benötigt werden.

Basis der Lösung im Patrol ist eine selbstgebaute Box aus Siebdruckplatten. Das Material hatte ich gerade übrig gehabt, lässt sich gut verarbeiten und ist stabil. In diese Box wurde passend eine FIAMM FGC 24207 eingebaut. Dasselbe Modell hatte ich bereits im Sorento verwendet, danach im Land Cruiser und nun auch im Patrol. Obwohl die Batterie nur 42AH hat, bin ich von der Lösung nach wie vor überzeugt. Das Modell ist zyklenfest, verbraucht nicht zuviel Platz und kann außerdem problemlos im Innenraum verwendet werden.

FIAMM
Im Foto das Vorgängermodell.

Für die Installation konnte ich zum Glück auf einiges zurückgefreien, was für den Vorbesitzer des Patrols, die Bundeswehr, eingebaut worden war. So war in der Feldjäger-Version bereits im Kofferraum eine Zweitbatterie verbaut gewesen. Ebenso im Motorraum eine Sicherung für die Versorgung dieser Batterie. Die Zweitbatterie wurde leider vor dem Verkauf zurückgebaut. Zum Glück wurde aber der Sicherungshalter im Motorraum belassen und auch das Stromkabel in den Innenraum wurde nicht komplett entfernt. Aus irgendeinem Grund wurde dieses allerdings im Bereich der Mittelkonsole gekappt. Aber zumindest musste ich kein neues Kabel in den Innenraum verlegen.

Das dicke rote Kabel im Bild wurde genau an dieser Stelle durchgezwickt.

Mit dem durchgezwickten Kabel in der Mittelkonsole war dann auch der Platz für den Trenn-MOSFET klar. Auch hier hab ich wieder auf Bewährtes zurückgegriffen und das bereits in den Vorgängerfahrzeugen verwendete Modell von Microcharge genommen. Somit sitzt der Trenn-MOSFET trocken und einigermaßen staubsicher auf der Mittelkonsole. Da direkt darunter das Getriebe arbeitet, ist die Stelle mitunter sehr warm. Bis jetzt hat das aber noch nie zu Problemen geführt und ich war mit dem Wagen bereits dreimal in Marokko.

Michrocharge Trenn MOSFET

Vom MOSFET geht es dann direkt zur Verbraucherbatterie, natürlich nochmal kurz vor der Batterie entsprechend abgesichert. Angeschlossen als Verbraucher sind momentan die Kompressorkühlbox und das CB-Funk-Gerät. Über drei 12 Volt Steckdosen können weitere Verbraucher, wie Smartphone, Laptop oder auch die Tauchwasserpumpe mit Energie versorgt werden. Zusätzlich ist noch direkt an der Box ein Voltmeter und eine USB-Steckdose verbaut. Letztere leider wie üblich unbrauchbar für moderne Smartphones mit erhöhtem Energiebedarf. Da sind entsprechende Adapter leider immer noch wesentlich besser. Achtet beim Kauf eines solchen Adapters darauf, dass dieser auf allen Buchsen minimal 2AH liefern kann. Besser sind 2,5AH – super wird es dann, wenn auch noch „Quickcharge“ unterstützt wird.

Hier noch zwei Fotos der offenen Box im Kofferraum. Normalerweise ist natürlich verschraubt ein Deckel drüber und die Box mit einem Ratschenspanngurt gesichert. Da hat sich bisher auch auf vielen Pistenkilometern noch nie etwas bewegt. Die Höhe der Box ist so gewählt, dass die Batterie nach oben vom Deckel festgehalten wird.

Wie meine Lösung momentan verdrahtet und abgesichert ist, könnt ihr auf dem folgenden, sehr einfachen Schaltplan sehen. Mir reicht das völlig zur Übersicht und es ist mir auch klar, dass professionelle Schaltpläne völlig anders aussehen.

Zum Abschluss noch kurz die verwendeten Kabelquerschnitte, weil das für viele ein Thema ist. Starter- und Verbraucherbatterie sind mit 12mm² verbunden. Die Verbindung von der Verbraucherbatterie zur Sicherungsbox ist ein 10mm² Kabel. Die Verbraucher sind alle über 2,5mm² angeschlossen. Das Originalkabel der Kompressorbox ist etwas dünner, ich schätze irgendwas zwischen 1,5 und 2mm².

Da die Frage auftauchen wird, warum nur 12mm² zwischen Starter- und Verbraucherbatterie? Ganz einfach weil es langt. Für die Feldjägerversion wurde auch nichts anderes verwendet. Wenn man Spaß daran hat, kann man auch was dickeres verlegen.

*Zum Abschluss noch der notwendige Hinweis: Ich bin Laie, hab das also nicht gelernt. Wenn ihr euch bei dem Thema unsicher seid, dann lasst so eine Installation von einem Fachbetrieb durchführen.

**Ergänzung 23.05.2018:
Anstelle des Trenn MOSFET von Microcharge (mit dem ich sehr zufrieden bin), würde ich heute bei einem kompletten Neuaufbau den D250S Dual von CTEK verwenden. Vorteile sind, dass er in der Lage ist, bei laufendem Motor durchgängig mit 20A zu laden und das ich die Möglichkeit hätte zusätzlich ein Solarpanel anzuschließen.