Nissan Patrol Toyota Hilux

Energiebox die dritte

Never ending story – oder warum jetzt die dritte Box? Ganz einfach: es haben sich die Rahmenbedingungen geändert! Wir benötigen jetzt eine Lösung, die wir in beiden Fahrzeugen einsetzen können. Das war mit meiner alten Energiebox so nicht möglich. Gleichzeitig war dort auch die verwendete Batterie in die Jahre gekommen und hätte ausgetauscht werden müssen.

Das Lastenheft sah wie folgt aus:

  • Die Außenmaße sollten sich an einer normalen Eurobox orientieren.
  • Größere AGM-Batterie als Energielieferant.
  • Flexibler Aufbau, so dass in Zukunft evtl auch eine LiFePo zum Einsatz kommen kann.
  • B2B-Anschluss über Anderson-Stecker, so dass problemlos zwischen den beiden Fahrzeugen gewechselt werden kann.
  • Anschluss für eine Solarzelle – ebenfalls über Anderson-Stecker.

Mit diesen Anforderungen könnte auch einfach alles in einer Eurobox eingebaut werden. Das hatte ich auch kurz überlegt, bin dann aber davon abgekommen, da mir so eine Kunststoffbox nicht stabil genug erschien, für das zu erwartende Gewicht. Von daher: selber bauen!

Aus der Vielfalt an Möglichkeiten wurde das Alustecksystem ausgewählt. Bei diesem werden Aluprofile mittels Kunststoffverbinder (teilweise mit Stahlkern) zu einem Kasten zusammengesteckt. Die Aluprofile gibt es auch mit Stegen, so dass sich sehr einfach Außenwände einkleben lassen.

Leider hatte ich von der „Rohbox“ keine Fotos gemacht, zusammengesteckt sieht das dann aber wie auf diesem Foto aus … . Mit eingeklebten Wänden aus Birke-Multiplex sieht das Ergebnis dann so aus.

Als Kleber kann ich für solche Arbeiten von Würth „Klebt und dichtet“ empfehlen. Gibt aber auch andere Produkte auf dem Markt, die vermutlich sehr gut funktionieren.

Damit hätten wir die Box, also weiter zur Batterie. Es sollte eine AGM sein und sie musste in die Box reinpassen. Ausgewählt wurde eine AGM-Batterie vom Hersteller Ective mit 67AH. Findet sich im Internet bei verschiedenen Versendern.

Fehlt „nur“ noch die Ladeelektronik. Wie oben bereits geschrieben sollte diese auch in der Lage sein, irgendwann mal eine LiFePo-Batterie zu laden. Gleichzeitig wollte ich auch eine Lösung, die mit Smart-Generatoren in Euro6+ Fahrzeugen umgehen kann. Wir besitzen zwar momentan kein Fahrzeug mit einem Smart-Generator, aber wie heißt es so schön, „Haben ist besser als brauchen“.

Die meiner Meinung nach beste Lösung für unsere Anforderungen fand sich im Produktportfolio der Firma Ctek. Die schwedische Firma ist bekannt für ihre Ladegeräte, bietet aber auch B2B-Ladegeräte an. Wir haben uns für das D250SE entschieden, dass sowohl AGM, als auch LiFePo laden kann, mit Smart-Generatoren zurecht kommt und gleichzeitig noch einen Solarladeregler verbaut hat. Das Ganze in einem nicht zu großen Gehäuse, also perfekt für unsere Box.

Für den Anschluss nach Außen sollten Anderson-Stecker zum Einsatz kommen, sowohl für den Anschluss ans Fahrzeug (aufladen während der Fahrt), als auch für den Anschluss einer Solarzelle. Gleichzeitig wollte ich noch einen Anschluss für die Kühlbox realisieren und eine weitere 12V-Steckdose unterbringen. Jetzt stellte sich nur die Frage, wie können diese Stecker elegant an unserer Kiste montiert werden?

Die Lösung war etwas aufwendiger, als vorher gedacht, da für diese Anforderungen kein fertiges Produkt auf dem Markt existiert. Also selber machen, bzw selber machen lassen!
In solchen Fällen ist es immer gut, wenn man jemanden kennt, der sowas kann. Gebraucht wurde eine CNC-Fräse, die in eine GFK-Platte ein paar Löcher fräst. Zum Glück kenne ich seit vielen Jahren einen Arbeitskollegen der sowas kann und auch gerne weiterhilft.

Hier das Endprodukt, mit Neutrik-Buchse für den Anschluss der Kühlbox, 12V-Buchse, Ctek Ladeanschluss für normale Ladegeräte und die Öffnung für zwei Anderson-Stecker.

An die Vorderseite nur noch ein Bedienpanel montiert, welches mit Schaltern und Ladeanschlüssen für USB-Geräte ausgerüstet ist.

Nachdem im Inneren alles verkabelt und abgesichert worden war, war dann auch der vorhandene Platz komplett verbraucht. Das übliche „Chaos“, dass aber nicht zu sehen ist, wenn der Deckel geschlossen ist. Ich überblicke es noch und hatte vorher auch einen Schaltplan angefertigt.

Einen neuen Platz im Patrol hat die Box auch schon gefunden, hinter dem Fahrersitz war nach Ausbau der Rücksitzbank genügend Platz. So ist das schwerste Gepäckstück in der Mitte des Fahrzeugs untergebracht.

Wie lange braucht man jetzt für so ein Projekt? Ein Wochenende, zwei Wochenden? Schön wäre es!
Das erste Foto wurde von mir am 28. Mai geschossen, das quasi Abschlussbild Ende August. Dazwischen vergingen immer wieder Wochen, in denen sich nichts tat, weil auf Teile gewartet wurde oder etwas anderes dazwischen kam.