Westalpen 2019

Pleite auf dem Weg zum Col de Turini

Nachdem am vorherigen Abend ein heftiges Gewitter über uns drüber gezogen war, präsentierte sich der Dienstag quasi als Entschuldigung mit einem wolkenlosen Himmel. Wie so häufig nach Gewittern war die Luft sehr klar und keine Dunstschleier mehr zu sehen. Wir nutzten alle die Gelegenheit, das Fort Central im Morgenlicht zu fotografieren oder einfach die Gegend zu erkunden.

Als Ziel hatte ich für den heutigen Tag ganz grob den Col de Turini rausgesucht. Diesen wollten wir auf einer Schotterpiste anfahren, für die ich auch einen aktuellen Track gefunden hatte. Col de Turini sagt vielleicht einigen etwas? Wie ich in unserer Reisegruppen feststellen musste, allerdings nicht allen. Vielleicht hilft dieses Video hier weiter.

Genau! Rallye Monte Carlo!
Über Jahrzehnte war das die Königsprüfung, insbesondere in der legendären „Nacht der langen Messer“. Gibt es in der Form leider alles nicht mehr, nur der Col de Turini ist zum Glück immer noch eines der Highlights der Rallye.

So könnt ihr vielleicht nachvollziehen, warum ich diesen eigentlich unscheinbaren Pass unbedingt in unsere diesjährige Route eingebaut hatte.

Zuerst ging es aber auf bekannten Wegen Richtung Baisse de Peyrefique. Ich wollte unbedingt nochmal, nach über 10 Jahren, die kleine Piste nach Casterino runter fahren. Es gibt auch eine gut befahrbare Piste nach Casterino, aber wo würde da der Spaß bleiben? Um es kurz zu machen, die Strecke ist inzwischen noch schlechter, als ich sie in Erinnerung hatte. Bergauf dürfte sie inzwischen eine kleine Herausforderung darstellen. Im nachhinein ägerlich, dass wir nicht noch mal hochgefahren sind. Allerdings konnten wir zu dem Zeipunkt noch nicht wissen, dass das die letzten Schotterkilometer für die nächsten zwei Tage waren.

Leider finden sich auf meiner Festplatte keine besseren Fotos, als das oben gezeigte. Also müsst ihr selber dort hin fahren, um euch ein Bild zu machen.

Aber wir wollten noch zum Col de Turini. Also runter ins Tende Tal und ein paar Kilometer Richtung Süden. Hinter Tourette geht es rechts in ein kleines Seitental, das direkt auf unsere Schotterpiste zum Col de Turini führen sollte. Das tut sie bestimmt auch, leider ist das komplette Gebiet als Teil des „Parc national du Mercantour“ gesperrt. Selbst Radfahren ist in der inneren Zone des Nationalparks verboten. Das Hinweisschild war übrigens sehr unauffällig aufgestellt und auch schon teilweise zugewachsen. Weitere Durchfahrtsverbotsschilder gab es nicht. Wir haben uns dann trotzdem dazu entschieden umzudrehen und das komplette Gebiet Richtung Süden zu umfahren.

Diese Umfahrung sollte uns den Rest des Tages kosten. Zum Glück fanden wir unterhalb des Col de Turini einen kleinen Campingplatz für die Übernachtung.

Dann halt am nächsten Tag zum Col. Ganz wichtig, von solchen Unwägbarkeiten darf man sich nicht die Laune verderben lassen. Es lässt sich leider nicht alles zu Hause am heimischen PC planen.