Westalpen 2019

Col de Turini und Col de la Bonette

Bericht vom 18.09.2019
Bevor es mit dem Reisebericht nach über einem Jahr weitergeht, muss ich etwas abschweifen und erklären warum hier so lange Stille geherrscht hat. Die letzten 18 Monate waren etwas turbulenter gewesen, so dass mir einfach die Muße zum Schreiben des Reiseberichts gefehlt hat.

Als erstes bin ich im Sommer 2019 komplett nach Norddeutschland umgezogen. Darauf folgten zwei Jobwechsel und als es im März 2020 so wirkte als würde alles wieder in ruhigeren Bahnen verlaufen, kam Covid-19.
Jetzt neigt sich dieses denkwürdige Jahr 2020 dem Ende entgegen und meine Motivation ist zurück, diesen Reiseblog wieder mit Inhalten zu füllen.

Nun aber zurück in den September 2019 – man konnte noch ganz normal verreisen, Covid-19 war zumindest uns völlig unbekannt und wir wollten die französischen Seealpen weiter erkunden. Erste Station des Tages war der „Col de Turini“, ein Highlight für jeden Rallye-Fan. Leider im Nebel, so dass wenig zu sehen war. Allerdings konnte auch der Nebel nicht überdecken, dass hier der Charme der alten Zeiten etwas am Bröckeln ist. Die Hotels hier oben auf 1600 Metern haben sicherlich schon bessere Zeiten gesehen. Trotzdem schön hier mal vor Ort zu sein. Gefehlt hat leider nur das Röhren eines turbogeladenen Audi 5-Zylinders.

Ein paar Fotos sollen aber trotz des Wetters nicht fehlen.

Vom Col de Turini aus kann man weiter zum „Pointe des Trois Communes“ fahren, auf etwas über 2000 Meter. Auf der Anfahrt wird über eine Straßenschleife, dem „Circuit de la découverte de l’Authion“, das „Massif de l’Authion“ umrundet. Oben findet sich sich neben dem Gipfelfort noch das Fort La Forca und das Fort Mille Fourches. Davor finden sich dazu Ruinen ehemaliger Kasernen, einschließlich den Resten eines alten Ami-Panzer aus dem zweiten Weltkrieg. Die Runde lohnt sich auf jeden Fall, vor allem wenn der Himmel plötzlich aufreißt, wie bei uns und so ein einmaliges Wolkenspiel präsentiert.

Aber der fotographische Höhepunkt der Tour sollte noch kommen, denn am nächsten Tag wollten wir den Parpaillon befahren. Auf dem Weg dorthin durften wir den „Col de la Bonette“ überqueren, der durch den „Cime de la Bonette“ der höchste Straßenpass in den Alpen ist. Dass der Blick von dort oben auf fast 3000 Metern atemberaubend sein kann, hatten wir uns schon gedacht, doch dass, was uns dort erwartete, übertraf bei weitem unsere Erwartungen. Der Zufall wollte es wohl so, dass wir zur richtigen Uhrzeit oben waren, am späten Nachmittag. Die Luft war total klar, gleichzeitig riss die Bewölkung auf, so dass sich uns ein unglaubliches Wolkenspiel präsentierte. Vergleichbares habe ich so noch nicht gesehen.

Zwei dieser Bilder zieren übrigens inzwischen eine Wand in meinem Büro, gedruckt auf Alu-Dibond Platten. Nach diesem Erlebnis freuten wir uns schon auf die Überquerung des Parpaillon. Davon dann aber mehr im kommenden Bericht.