Westalpen 2009

Les Meches

Bericht vom 02.09.

Die heutige Tour war für uns alle neu. Die Ligurische hatte ja zumindest der Alex schon mal befahren.

Zum Start des Tages ging es mal wieder auf den Tende-Pass, für mich inzwischen zum dritten Mal. Schon bei der Anreise nach Tende, am 30.08. war ich nicht durch den Tende-Tunnel gefahren, sondern oben über den Pass. So langsam kennt man dann die 1000 Kehren schon fast auswendig 😉 . Am Ende der Tour durften wir dann übrigens noch eine Paßstraße befahren, gegen die der Tende ein laues Lüftchen ist 🙂 .

Aber zurück zum Tende – eine Kehre nach der anderen, irgendwann ist man dann auch froh, wenn es ein Ende hat und man endlich oben am Fort Central angekommen ist. Da das Wetter besser als am 31. war, haben wir auch noch ausführlich das Fort Central und die darunter liegen Kasematten besichtigt. Interessantes Gebäude, mit toller Aussicht. Leider kommt man nicht so einfach ins Fort rein.

Fort Central
Fort Central

Vom Fort Central aus geht es dann zum Fort de la Marguerie, von dem aus man einen schönen Blick auf die Kehren des Tende hat. Wie viele andere Forts auch in der Gegend, wird das Fort de la Marguerie von den ansässigen Hirten gerne als Unterstand für ihre Schafe und Ziegen genutzt. Wie ich finde eine gute Verwendung für ein ehemals militärisches Bauwerk.

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Die Piste führt dann weiter in relativ gutem Zustand (Forstweg) bis nach Baisse de Peyrefique. Hier kommt dann ein Abzweig runter ins Tal nach Casterino. Diesen kann man nehmen, oder weiter auf dem Forstweg am Kamm entlang fahren. Wir sind runter nach Casterino gefahren, unterwegs gabs ein paar Begegnungen mit Baggern und Holz-LKWs. Die Fahrer waren aber, ich würde sagen regionstypisch, sehr freundlich und haben uns jeweils vorbeigewunken. So wünscht man sich das als Gast 🙂 .

Als nächstes Stand das interessanteste Teilstücke der Tagestour auf dem Programm. In meinem Enduro-Führer hatte ich schon folgendes gelesen:

„In Casterino, geht es nun auf direktem Wege, einer Forststraße, hinauf zur Baisse de Peyrefique. Man durchquert „das Feld, die Ebene“ um eine teils sehr steile, hoprige mit Baumwurzeln versehene einspurige Piste in Angriff zu nehmen.“

Soweit der Enduro-Führer. In der Realtität hab ich keine Baumwurzeln gesehen, dafür jede Menge loses Geröll, Auswaschungen, Kehren und Steilstücke. Vorwärts ging es nur im ersten Gang untersetzt, Dauer ca. 25 Minuten. Da es trocken war, stellte die Traktion kein Problem dar, bei Regen sollte man es sich vorher gut überlegen, ob man dort hochfahren möchte. Bis jetzt die heftigste Strecke, die ich in den Westalpen fahren durfte!

Dafür ging es dann oben am Bergkamm wieder schön einfach weiter, zum relaxen halt. Zwischenstopp wurde noch an einem Aussichtspunkt eingelegt, an dem wir auch eine alte Bunkerstellung, vermutlich aus dem 2. Weltkrieg entdeckt haben. Diese kann noch fast vollständig besichtigt werden, man sollte halt eine gute Taschenlampe dabei haben und sich immer merken, wo man gerade lang gelaufen ist. Verirren dürfte allerdings schwierig sein, da es nicht soviele Gänge gibt.
Hier oben haben wir auch noch einen schönen Platz zum wildcampen gefunden. Wo? Wird nicht verraten 😉 !

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Nach der Bunkertour war der Tag auch schon wieder spät geworden und wir sind relativ zügig nach Tende runtergefahren. Relativ deswegen, weil die Paßstraße ins Tal runter so schmal und kehrenreich war, dass an schnelles fahren nicht zu denken war. Ich weiss nicht mehr, wie oft ich zurücksetzen mußte, aber es waren einige Male, in denen ich den Wagen nicht mehr um die Kehre herumwerfen konnte 😉 .

Insgesamt eine sehr lohnenswerte Tour, die man gut im Anschluss an die LGKS fahren kann, mit evtl. Zwischenübernachtung am Fort Central.