Westalpen 2018

Westalpentour: LGKS oder doch nicht?

Inzwischen sind wir am 03.10. angekommen, dem Tag vor meinem Geburtstag. Der Plan war es eigentlich, heute die Ligurische Grenzkammstraße (LGKS) zu befahren. Eventuell wollten wir uns oben irgendwo noch einen schönen Übernachtungsplatz suchen, da sich unsere Wege am Donnerstag (04.10.) trennen sollten.

Aber wie das manchmal so ist, Planung ist das eine, die Realität das Andere. Oben am Col de Tende angekommen, mussten wir leider feststellen, dass die LGKS von italienischer Seite aus gesperrt war. Schade! Angeblich hatte es vor zwei Tagen geschneit und Abschnitte der Strecke wären vereist.

Also sind wir erstmal zum Fort Central weiter und haben das alte Fort angeschaut. Das lohnt sich auf jeden Fall. Man kann relativ frei in der Anlage herumlaufen und sich alles anschauen. Die unterhalb gelegenen ehemaligen Unterkünfte bieten sich übrigens hervorragend für eine Übernachtung an.

Das Fort liegt bereits auf französischer Seite und die LGKS ist auch von dort aus anfahrbar. Von einer Sperrung war dort nichts zu sehen, weswegen ich längere Zeit mit Florian überlegte, ob wir es einfach versuchen sollten. Wir haben dann auch einem Enduro Fahrer nachgeschaut, der rein gefahren ist. Nachdem dieser allerdings nach einiger Zeit wieder zurück kam, war unsere Entscheidung gefallen, dass wir es für dieses Jahr leider sein lassen müssen.

Jetzt stellte sich natürlich die Frage: wie weiter?
Zum Glück ist die Gegend voll von schönen Pisten und ich konnte das Tende Tal bereits 2009 ausführlich erkunden. Gegenüber vom Fort Central führt eine landschaftlich schöne Strecke zur Baisse de Peyrefique, die ich noch in guter Erinnerung hatte.
Von daher ist es immer gut, wenn noch ein Plan B für den „Notfall“ existiert.

Hier oben lassen sich auch versteckte Bunkeranlage besichtigen. Auch wieder alles weitgehend offen, nur einige Abschnitte sind vermutlich aus Sicherheitsgründen zugemauert.

Einen Nachteil hat die Strecke allerdings: die Abfahrt nach Tende. Mag sein, dass diese Straße mit einem Suzuki Jimny Spaß macht, mit einem Patrol oder auch einem Defender hält sich die Freude in Grenzen. Es handelt sich auf jeden Fall um eine der schmalsten Strecken, die mir in den Westalpen bekannt ist. Eine Kehre folgt auf die nächste und diese sind jeweils so eng, dass es mit dem Patrol unmöglich ist, sie in einem Zug zu befahren.  So durfte dann Markus im Defender und ich im Patrol gefühlt 100mal wieder zurücksetzen. Nervig!
Nur der Discovery hat einen überraschend kleinen Wendekreis und ist in einem Zug um jede Kurve rum gekommen. Auch das ist frustrierend ;).

Unsere weitere Planung sah dann  vor, dass wir über La Brigue zumindest auf den südlichen Teil der LGKS fahren und uns dort einen Übernachtunsplatz suchen. Allerdings hatten wir durch Fort-Besichtigung und Bunker-Erkundungen bereits soviel Zeit verbraucht, dass es bei Ankunft in La Brigue bereits später Nachmittag war. Gleichzeitig herrschten hier unten angenehme Temperaturen und am Ortsausgang liegt ein kleiner Campingplatz, direkt am Bach. Dreimal dürft ihr raten, wie wir uns entschieden haben?

Genau – wir sind auf den Campingplatz gefahren, haben die warmen Duschen genossen und noch die letzten warmen Sonnenstrahlen auf der Wiese ausgenutzt. Nach ausgiebigem Kochen gab es zum Abschluss des hervorragenden Tages noch ein herrliches Lagerfeuer.

Damit nähern wir uns auch so langsam dem Ende dieser Westalpen-Tour. Aber zwei Teile kommen noch, denn es gibt noch ein bisschen was zu erzählen.