Marokko 2016

Von Merzouga zur Lost City

Nach leckerem Frühstück ging es gegen halb 10 weiter Richtung Süden entlang der algerischen Grenze. Da das erst gegen 8 Uhr war, bin ich vorher noch etwas in der Gegend rumgelaufen und hab das eine oder andere Foto geschossen. Nett fand ich auch, dass ich mal einen Blick in die Küche werfen durfte.

Nun könnte man natürlich auf der bekannten Piste weiter nach Zagora fahren, aber mal ehrlich – das ist doch langweilig. Schon 2013 hatte ich einen interessanten Punkt auf der Karte gefunden, den ich bereits damals und auch letztes Jahr anfahren wollte. Ging bei beiden Reisen nicht, weil jedesmal ein anderes Auto gestreikt hat. Doch dieses Jahr sollte es endlich klappen.

Der Punkt auf der Karte ist die „Lost City“. Im Satellitenbild sieht man sehr schön die Strukturen einer ehemaligen kleinen Festung, einer Handelsstation oder sowas ähnliches. Ich hatte im Internet dazu leider keine weiteren Hinweise gefunden, nur unter einigen Fotos den Titel „Lost City“. Da reicht doch schon mal, um mal einen Blick auf diesen alten Steinhaufen zu werfen.

Die Lost City liegt direkt am Oued Rheris, kann also von Merzouga aus über Ouzina angefahren werden oder fast in Luftlinie durch die Berge. Für letzteres hatte ich mich entschieden, mit Plan B über Ouzina zu fahren, falls die geplante Piste nicht fahrbar sein sollte.

Vor Taouz biegt man ab auf eine sehr gut sichtbare Piste, die zuerst durch das Oued Ziz und später durch ein weites Tal Richtung Westen führt. Es handelt sich um eine geschobene Piste, die sich sehr schön befahren lässt. Man hat also auch zeit den Blick mal ringsum in die Landschaft schweifen zu lassen. Die einzigen anderen Fahrzeuge die uns hier entgegen gekommen sind, waren einige LKWs welche von einer Erzmine kamen. Wie üblich sind die Jungs auf den Böcken sehr freundlich, grüßen zurück und freuen sich einfach, dass man ihr Land bereist.

Kurz vor dem Ziel taucht dann am Horizont der Steinhaufen auf einem kleinen Hügel auf. Sah sogar noch besser aus, als ich mir das vorgestellt hatte. Hier vorbeizufahren hatte sich wirklich gelohnt!

Leider konnten wir auch bei der Besichtigung der Ruine nicht erkennen, welchen Zweck sie mal hatte. Auf jeden Fall hat man vom Hügel aus einen guten Rundumblick auf das Oued Rheris und das umgebende Tal. Von daher sicher kein Zufall, dass die Erbauer sich damals diesen Platz ausgesucht hatte. Die Gebäude müssen mal alle aus Bruchsteinen erbaut worden sein, also nicht der hier traditionellen Lehmbauweise. Eine ähnliche Ruine – allerdings in Lehmbauweise – hatten wir uns 2013 in Sichtweite des Ksar Tafnidilt angeschaut.

In einigen hundert Metern Entfernung hatten wir einen schönen Übernachtungsplatz unweit des Oued Rheris gefunden. Es war zwar noch früh am Tag, aber wir waren im Urlaub und nicht auf der Flucht, somit sprach auch nichts dagegen, mal ein paar Stunden früher als sonst das Lager zu beziehen.

Abends gab es dann noch einen schönen Sonnenuntergang mit Vollmond. So ging dann ein perfekter Tag am Lagerfeuer zu ende.