Marokko 2013

Bis in die Westsahara

Der eine oder andere, der hier mitliest wird sich vielleicht fragen, wie weit es denn noch Richtung Süden geht? Ein paar Kilometer sind es noch 😉
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Geplant war, dass wir in die Westsahara bis in die Gegend von Smara fahren und uns dort einen Übernachtungsplatz suchen. Unterwegs haben wir im Laufe des Tages spontan etwas umgeplant, manche Sachen sieht man halt erst, wenn man wirklich vor Ort ist.

Erster Stop des Tages war Tan Tan, zum auftanken und ein paar fehlende Sachen besorgen. Wir hatten natürlich mal wieder vergessen, dass heute Freitag ist und somit Sonntag 😉 . Obwohl alle Geschäfte angeblich geschllossen sein sollen, ist findet sich dann doch immer wieder ein Laden, der geöffnet hat. Sehr praktisch!

Danach ging es erstmal zum Kilometerfressen auf die Nationalstraße, immer Richtung Süden. Die Straße führt in Sichtweite der Steilküste entlang und ist wohl auch zumindest einmal schon verlegt worden, da die Küste immer mehr abbröckelt. Interessant fanden wir die Angler, die direkt an der Steilküste mit riesigen Angeln nach Fischen jagen – die 50 Meter unter ihnen schwimmen. Hatte ich so auch noch nicht gesehen. Aber es scheint sich zu lohnen.

An einer Stelle haben wir uns auch etwas Zeit genommen, den Wellen zuzuschauen, wie sie an die Küste knallen. Ein beeindruckendes Schauspiel!

Nächster Stopp war „El Hundemiento“, quasi ein Loch im Boden. Hier hat der Atlantik die Küste soweit unterhöhlt, dass irgendwann die Decke eingestürzt ist und ein riesiges Loch zurückgelassen hat. Inzwischen ist das Loch eingezäunt, da wohl in der Vergangheit mal der eine oder andere unvorsichtige Besucher im selbigen gelandet ist.

Kurz danach kam unser Abzweig ins Landesinnere. Ab hier wurde es erstmal langweilig! Man kommt sich vor, als würde man eine Expedition auf den Mond machen. Die Landschaft ist weitgehend flach und einförmig. Trotzdem gibt es dann immer wieder Überraschungen, eine davon war ein Canyon, der im Inneren komplett begrünt war. Da fragt man sich spontan, wo kommt das Wasser her?

Kurz bevor wir auf die Hauptstraße, von Tan Tan nach Smara gekommen sind, ging es mit umplanen los. Am Horizont waren 3 Tankstellen im Nirgendwo zu erkennen. Also wozu bis nach Smara fahren, um nachzutanken, das könnten wir auch dort erledigen. Gesagt, getan – Dieselpreis übrigens nochmal 2DH günstiger, als in Tan Tan.

Weiter auf der Asphaltstraße Richtung Süden kommen wir plötzlich an einen asphaltierten Abzweig, der in keiner Karte verzeichnet ist, uns aber quasi direkt auf unsere geplante Piste führen wird. Also Smara komplett gestrichen und abgebogen.

Nach einigen Kilometern auf der unbekannten Asphaltstrasse haben wir dann auch endlich den Waypoint erreicht, der uns ins Innere der Wüste führen sollte. Es war schon etwas später geworden, so dass wir nur noch ein paar Kilometer in die Piste reingefahren sind, bis wir einen geeigneten Übernachtungsplatz gefunden hatten. Nicht so einfach, denn die Landschaft war immer noch flach und etwas eintönig. Zum Glück kreuzte die Piste einen der alten „Polisario-Wälle“, den wir dann auch spontan als Übernachtungspunkt auswählten.
Morgen geht es dann weiter, mehr oder weniger Richtung Assa, wobei wir dem Verlauf einiger alter Dakar-Pisten folgen wollen.