Marokko 2016

Erg Chebbi Durchquerung

Es gibt kaum etwas schöneres als mitten in den Dünen aufzuwachen. Ich hatte am Vorabend den Wagen extra so hingestellt, dass die Front Richtung Osten zeigte, so dass ich vom Bett aus den Sonnenaufgang beobachten konnte.

Wach wurde ich bereits kurz vor 6 Uhr, Aufgang war gegen 6:30 Uhr. Also noch genügend Zeit auf die nächste Düne zu laufen und von dort zu fotografieren. Gerade die Zeit kurz vor und nach dem Sonnenaufgang ist zum Fotografieren die Schönste in der Wüste. Das Licht ist noch weich, der Schattenwurf der Dünen sehr lang. Danach darf man dann wieder bis zum Sonnenuntergang warten, um ein ähnliches Licht zu bekommen. Da es Nachts sehr kalt und windstill gewesen war, fehlte auch der übliche Dunst in der Luft, also perfekte Bedingungen zum Fotografieren.

Kurz nach dem Frühstück gab es dann bereits Besuch eines rasenden Souvenirverkäufers auf seinem Mopped. Immer wieder spannend den Jungs zuzuschauen, wenn sie mir ihren Kleinkrafträdern über die Dünen fliegen. Da könnte sich vermutlich der eine oder andere Endurofahrer noch was von abschauen. Somit bin ich dann auch nicht ohne Souvenirs aus dem Erg rausgekommen 😉 . Inzwischen bin ich der Meinung man sollte den Jungs auch was abkaufen. Bei jedem geht natürlich nicht, wir haben das dann reihum gemacht. Die „Jobmöglichkeiten“ in Merzouga sind nicht so zahlreich und wir haben das Privileg quasi im Vorgarten von den Jungs rumfahren zu dürfen, also sollte man auch etwas zum Lebensunterhalt der Leute vor Ort beitragen.

Programmpunkt des Tages sollte die Durchquerung des Ergs werden. Wie bereits am Vortag war der Sand einfach toll zu befahren, sehr fest nur mit wenigen etwas weicheren Stellen. Abgesehen von ein paar kleineren Problemen sind wir ohne größere Dramen bis an den Rand von Merzouga gekommen. Sehr hilfreich fand ich die vielen Spuren im Erg, die mir auch mal gezeigt haben, dass man solche Dünen auch ganz anders fahren, als wir das bisher immer gemacht haben. Fand ich sehr lehrreich!

Irgendwann erreicht man dann mal die Ausläufer des Ergs und wir stehen vor der Silhouette von Merzouga. Es wurde mir dann auch klar, dass ich es zum ersten Mal geschafft habe das Erg zu durchqueren. Klar machen andere ständig, aber mir ist bei den letzten Besuchen immer was dazwischen gekommen. Irgendwas war immer 😉 .

Da es bereits gegen 16 Uhr war, haben wir direkt eine kleinere Auberge mit Campingmöglichkeit angesteuert. Liegt am Rand von Merzouga mit Blick auf die Dünen und hört auf den Namen Le Petit Prince. Die Auberge kann ich uneingeschränkt empfehlen. Sehr nette Bewirtung, gutes Abendessen, reichhaltiges Frühstück und ein zurückhaltender Betreiber, der einem nichts aufdrängen möchte. Wer mag kann hier auch Kameltouren oder Wanderungen zum Sonnenaufgang in die Dünen buchen. Bei Interesse einfach mal einen Blick auf die Webseite werfen.