Erg Chigaga – Foum Zguid

Unsere letzte Wüstenetappe für diesen Urlaub. Das Erg Chigaga lag fast hinter uns und in Foum Zguid warteten bereits Karo und Michael, die die Durchquerung des Erg Chigaga ausgelassen hatten. Es war schön noch einmal mitten in den Dünen zu stehen und die Ruhe der Wüste zu genießen. So oft können wir das nicht wiederholen, das ist zumindest für einen Bewohner Mitteleuropas etwas besonderes. Übernachtung im 1000-Sterne-Hotel 😉 .

Für den Auftakt des Tages hatten wir uns allerdings noch eine Dünenkette übrig gelassen. Diese musste nur noch überquert werden und der Lac Iriki lag vor uns. Nach zwei Tagen erst mal wieder die Reifen auf Pistendruck bringen und weiter. Auch wenn ich jetzt hier zum vierten Mal drüber fahre, ist es doch immer wieder ein großer Spaß über den See zu düsen. Am Nordrand gibt es auch eine richtig festgefahrene Piste, auf der dann auch Gas geben werden kann.

Wir sind wieder einfach mitten drüber gefahren, was den Nachteil mit sich bringt, dass der Boden nicht so schön glatt ist und man etwas aufpassen muss, denn es gibt doch immer wieder weichere Stellen von den letzten Regenfällen. Ich finde es so aber interessanter. Direkt nach einem Regenguss sollte man sich die hier gewählte Route vielleicht lieber verkneifen und am Rand den See „überqueren“.

Um vom Lac Iriki nach Foum Zguid zu kommen, gibt es zwei Möglichkeiten. Auf direktem Wege über eine Schrabbels-Piste, oder man fährt eine kleine Schleife durch das südlich von Foum Zguid gelegene Gebirge. Die direkte Piste hab ich aus 2012 in ganz schlechter Erinnerung. Übelstes Wellblech, für das einfach keine passende Geschwindigkeit zu finden ist.

Dagegen sind die Pisten etwas weiter südlich viel schöner zu fahren. Gleichzeitig ist die Landschaft auch interessanter. Man könnte auf dieser Piste bis kurz vor Tissint weiterfahren, so wie wir das letztes Jahr gemacht haben. Danach kommen Militärposten die nach meinen Erfahrungen und Informationen die Weiterfahrt nach Tata untersagen. Wir sind auch an drei Militärposten vorbeigefahren, die jeweils die Personen und Fahrzeugdaten erfassen und einem dann noch eine schöne Reise wünschen.

Am späten Nachmittag gelangten wir dann in die Kleinstadt Foum Fguid, in der wir schon von Karo und Michael erwartet wurden. Auf dem örtlichen Campingplatz waren wir die einzigen Gäste, er ist auch ordentlich angelegt, man kann es hier gut mal einen Tag aushalten.

Die Sanitäranlagen sind allerdings nur marokkanischer Durchschnitt. Es kann auch mal passieren, dass man plötzlich den Wasserhahn in der Hand hält, den man eben noch zuschrauben wollte. Oder dass die Armaturen in der Dusche zwar zwei Regler haben, aber trotzdem überall nur kaltes Wasser rauskommt. Alles so kleinere Details die ich inzwischen nach vier Marokko Urlauben eher amüsiert zur Kenntnis nehme. Manchmal ist man im Urlaub auch als Hausmeister unterwegs. Schraubt lose Wasserhähne wieder fest oder repariert defekte Klospülungen 😉 .

Abends sind wir noch ins Zentrum gelaufen, um in einem einfachen Restaurant das Abendessen zu uns zu nehmen. Ich mag das sehr gerne, mir das Treiben auf der Straße anzuschauen. Da wir direkt am zentralen Kreisverkehr hockten, konnten wir auch alles mitbekommen. Nach dem Abendessen ging es einmal über den Kreisverkehr zum nächsten Laden, der in großen Lettern sein freies Wifi anpries. Der Kollege wollte gerade zu machen, stellte uns aber spontan noch mal einen seiner Tische und die passende Anzahl Stühle raus.

Das war dann der letzte Tag im marokkanischen Teil der Sahara. Für den Rest des Urlaubs wollten wir noch eine Tour durch den Antiatlas machen und der Atlantikküste einen Besuch abstatten.

1 Kommentar

  1. Leonard Pinger

    Super Bericht,tolle Bilder.

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