Lahemaa Nationalpark

Seitdem ich im Lahemaa Nationalpark war, weiß ich, dass ich auch übers Wasser laufen kann. Zumindest könnte man es so aussehen lassen 🙂 .

Der Lahemaa Nationalpark liegt an der Nordküste Estlands, östlich von Tallin. Hier finden sich schöne kleine Badebuchten, umgeben von einer Steilküste und den Überresten, welche die Eiszeit hier abgelagert hat. Eine wunderschöne Landschaft, so wie ich sie mag, denn man kann immer wieder aufs Meer schauen.

Bereits am 14. sind wir abends noch bis in den Nationalpark gefahren. Da es schon etwas später war, wurde der erstbeste größere Campingplatz angesteuert. Das Tor war offen, bezahlen sollten die späten einfach am nächsten Tag. Leider liegt der Platz nicht sehr schön und ist gleichzeitig Mückenparadies. So sind wir am 15. direkt ein paar Kilometer die Küste weitergezogen, zum alten Kapitänsdorf Käsmu. Teilweise schon etwas zu touristisch, liegt das Dorf auf einer Halbinsel und ist eine Sackgasse. Schöner Nebeneffekt: es gibt keinen Durchgangsverkehr.

Am Ende der Straße finden wir auch einen kleinen Campingplatz. Wir können auf der Wiese neben dem Wohnhaus stehen. Ein echtes Paradies – von dem es kein einziges Foto gibt. An der Art unserer Urlaubsfotografie müssen wir echt noch arbeiten.

Hier gibt es zahlreiche Wanderwege, von denen wir einen am nachmittag ausprobieren. Ziel ist eine einsame Bucht am Nordrand der Halbinsel. Der Wald wächst direkt bis an den Strand. Wie üblich ist man auch alleine, wenn man etwas tiefer in den Wald rein läuft. Das funktioniert fast überall, auch hier wieder, wo doch ein paar mehr Touristen unterwegs sind.

Abends gibt es dann auch noch einen schönen Sonnenuntergang. Die Fotos sind übrigens alle gegen 23:00 Uhr entstanden.

Wie war das noch mit „übers Wasser gehen“? Na gut, es war eher durchs Wasser gehen 😉 . Maximal bis mitte Oberschenkel, ein tolles Erlebnis, welches ich mir nicht entgehen lassen wollte. Bereits am Tag vorher war mir aufgefallen, dass eine der vorgelagerten Inseln auch zu Fuß erreichbar ist. Es sind nur einige hundert Meter Wasser zu durchqueren. Sah machbar aus und wie zu sehen war, war ich nicht der einzige mit dieser Idee.

Da sich der seit der letzten Eiszeit das Land immer noch hebt, kann man wahrscheinlich in einigen hundert Jahren sogar trockenen Fußes auf die Insel wandern. So lange wollte ich aber nicht warten.

Die erste Idee war Barfuß rüber zu laufen. Definitiv keine gute Idee, der Boden ist nicht sandig, sondern steinig – aua! Also Turnschuhe anlassen – das ging deutlich besser. Turnschuhe die einem so eine Behandlung verzeihen sind hier natürlich von Vorteil.

Nachmittags haben wir dann noch eine kleine Wanderung durchs Dorf gemacht. Wirklich sehenswert, zwei Fotos gab es weiter oben schon zu sehen.

Direkt am kleinen Jachthafen steht ein alter Beobachtungsturm aus sowjetischer Zeit. Von da oben hat man bestimmt einen tollen Ausblick, dachten wir uns und so bin ich zusammen mit Markus hochgeklettert. Der Ausblick war auch toll, gleichzeitig hatte man aber auch das Gefühl man würde fliegen. Das Geländer sah definitiv nicht mehr vertrauenerweckend aus. Der Turm hat vermutlich seine besten Zeiten hinter sich – was man nicht alles für ein Foto macht 🙂 .

Mit mehr Zeit könnte man noch viel mehr in der Umgebung erkunden. Wie üblich gibt es auch wieder Hinterlassenschaften aus sowjetischer Zeit. Schon wieder eine Ecke, die nach einem weiteren Besuch schreit 😉 .

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