Haapsalu – ein Eisenbahnmuseum und eine traurige Ruine

Bevor es weiter zum Lahemaa Nationalpark gehen sollte, wollten wir uns noch etwas in Haapsalu umschauen. Zwei Sachen waren uns bereits drei Tage vorher bei der Fahrt zur Fähre nach Hiiumaa aufgefallen. Einmal war das der alte Bahnhof mit den Dampfloks und eine sehr prägnante Ruine am Ortsausgang.

Von der Fähre kommend war das erste Ziel die alte Ruine kurz vor Haapsalu. Das Gebäude muss mal sehr schön gewesen sein, beinhaltet allerdings auch eine traurige Geschichte. Es handelt sich um den Lindenhof, welcher 1893 vom damaligen Gutsherrn von Ungern-Sternberg in Auftrag gegeben worden war. Das Schloss soll er angeblich für seine Geliebte erbaut haben, die das elterliche Schloss nicht verlassen wollte. Erst nachdem er versprochen hatte einen Nachbau in Estland zu bauen, stimmte sie einer Heirat zu. Der Bau zog sich bis 1908 hin. Leider verstarb der Schlossherr, bevor er seinen neuen Wohnsitz bewohnen konnte während einer Reise in St. Petersburg mit nur 45 Jahren.

Das Bauwerk verfiel bereits während des ersten Weltkriegs. Unter sowjetischer Besatzung wurden dann Teile der Anlage als Baumaterial für den nahegelegenen Flugplatz verwendet. Somit sind heute nur noch die Außenmauern übrig, die allerdings noch in einem erstaunlich guten Zustand sind. Die ausführlichere Geschichte könnt ihr hier nachlesen …

Am alten Bahnhof von Haapsalu kann ein schönes Ensemble von alten Dampf- und Dieselloks bestaunt werden. Sie sind Teil des im Bahnhofgebäude befindlichen Museums und können ohne Eintrittsgeld besichtigt werden. Für jeden Eisenbahnfan muss das Gelände hier ein Pflichtbesuch sein. Hier sind einige Exemplare aus sowjetischer Zeit, aber auch Loks aus deutscher Produktion, die während des zweiten Weltkriegs gelaufen sind.

Wenn man hier vorbeikommt, sollte man sich den Besuch nicht entgehen lassen. Die beiden Jungs fanden es auch sehr spannend, ist es doch Technik, die heutzutage im Alltag nicht mehr zu sehen ist. Es ist auch Technik die noch sichtbar ist und „begreifbar“ ist. Heute wird ja gerne alles hinter Plastikdeckeln versteckt, wodurch vieles „magic“ wird.

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