Marokko 2016

Von der Murmel nach Erfoud

Wenn das Wörtchen „eigentlich“ nicht wäre …
Eigentlich wollten wir weiter entlang der Grenze zum Erg Chebbi fahren und eigentlich wollten wir dort unser erstes Camp in den Dünen aufschlagen. Eigentlich 😉

Vor dieses Ziel hatten die Götter aber eine Luftfederung gesetzt, die mal eben schnell die Planung durcheinander wirbelte. Merke: man sollte immer einen Plan B haben, oder in der Lage sein diesen schnell zu entwickeln.

Nach einer recht kühlen Nacht begrüßte uns morgens recht schnell die Sonne und es sah nach einem tollen Tag aus. Um von der Murmel zurück zur Piste zu kommen muss man erst mal wieder durch den Offroadpark fahren. Einige Steilabfahrten und auch -auffahrten sind hier zu bewältigen. Die Piste macht richtig viel Spaß und ändert sich auch immer mal wieder. An einigen Stellen gibt es auch die Möglichkeit einer einfacheren Linie zu folgen.

An einer dieser Auffahrten passierte es dann. Der Land Cruiser von Marlis und Jörn hat hinten eine Luftfederung eingebaut. Das war damals Teil der Topausstattung im Land Cruiser J12. Normalerweise funktioniert diese Art der Federung sehr gut, wird z.B. auch in Bussen eingesetzt und gilt als zuverlässig. Nur für längere Pistenfahrten hatte ich schon immer so meine Zweifel ob das die richtige Art der Federung ist. Wenn etwas passiert, dann lässt es sich unterwegs schlecht reparieren.

Auf jeden Fall hörten wir bei einer der Steilauffahrten einen lauten Knall und der Cruiser saß hinten auf den Anschlagpuffern. Nach kurzem Blick unter den Wagen war die Bescherung schnell gefunden. Die rechte Luftfeder war mal eben geplatzt und wenn Luft schlagartig entweicht dann gibt es eben einen Knall. Kann man schön an einem Luftballon ausprobieren.

Passiert ist passiert, jetzt war nur die Frage was tun? Zum Glück kann man auch auf den Anschlagpuffern weiterfahren, wenn auch etwas unbequem. Gleichzeitig lag Erfoud in erreichbarer Entfernung. Also ab Richtung Erfoud, dort nach einer Werkstatt suchen und auf einem der Campingplätze übernachten.

Die Pistenfahrt war etwas langsamer und dauerte dadurch länger, war aber machbar. In Erfoud kannten wir auch eine gute Werkstatt und einen schönen Campingplatz. Also letztendlich nichts dramatisches!

Die Werkstatt konnte den Defekt bis zum nächsten Morgen beheben, so dass wir dann alle gemeinsam zu den Dünen weiterfahren konnten (Details dann im nächsten Blogbeitrag). Die Reparatur war dann echt marokkanisch. Die Luftfederung hinten wurde komplett rausgerupft und dafür zwei ordentliche Schraubenfedern eingesetzt. Diese Lösung sollte bis zum Ende des Urlaub halten und auch keine Probleme machen. Die Federn sind etwas zu weich, aber m.E. die bessere Lösung als die Luftfederung und weniger anfällig.