Rumänien 2014

Übernachtung im Loch

Wie schön doch so einfach Sachen wie eine Dusche sein können – das merkt man aber erst, wenn man mal ein paar Tage keine hatte 😉 . So hab ich dann auch morgens noch mal die Gelegenheit genutzt, denn wer weiß schon, wann wir das nächste Mal auf einem Campingplatz eintreffen würden?

Erstes Highlight des Tages war der Einkauf in Frankreich – wir mussten dringend unsere Vorräte ergänzen und sind in Sibiu in den neuen Shoppingtempel von Carrefour gefahren. Ein riesiger Parkplatz, jede Menge Supermärkte und mitten drinn ein Stück Frankreich. Zumindest fühlt man sich so, nach dem man den Eingang durchschritten hat.

Eigentlich wollten wir uns danach noch etwas in Sibiu umschauen – eigentlich. Wie schon so oft, waren wir beide allerdings nach ein paar Minuten etwas genervt vom Stadtverkehr, so dass wir den Programmpunkt Sibiu übersprungen haben und gleich die nächste Tour in Angriff genommen haben. Da war allerdings bereits die Hälfte des Tages rum. Viel ließe sich so nicht mehr fahren, aber wir sind schließlich im Urlaub und nicht auf der Flucht 😉 .

Unser Fernziel war die Strada Strategica, die wir allerdings erst für den Samstag eingeplant hatten. Für heute war der Plan erst mal in die Nähe des Startpunkts kommen und dabei möglichst viel spaßige Strecken fahren.

Vorher gab es dann aber doch noch etwas Kultur. Wie immer eher zufällig sind wir an einer Wehrkirche vorbeigefahren. In Siebenbürgen gibt es über 150 Orte mit Wehrkirchen. In der Wikipedia hab ich dazu auch eine umfangreiche Liste gefunden. Welche wir jetzt genau gesehen haben, kann ich leider nicht sagen, da ich mir den Ortsnamen nicht aufgeschrieben habe. Man kann diese Kirche auch besichtigen, leider nicht mehr in der Nachsaison. Schade, denn ich hätte gerne mal einen Blick rein geworfen.

Im Internet hatten wir einen vielversprechenden Track von Sibiu Richtung Süden gefunden, der uns in das gewünschte Gebiet führen sollte. Erst mal ging es zurück in das Skigebiet, in dem wir schon am Vortag rum geirrt rum gefahren sind. Den Abzweig kannten wir auch schon und es war klar, dass es mal wieder schön steil nach unten gehen würde.

Es war aber nicht nur steil, sondern es waren auch ein paar Stellen mit gemeiner Schräglage. Wobei das hinterm Lenkrad meistens bedrohlicher wirkt, als es in der Realität ist. Ich muss mir dringend mal einen Neigungsmesser im Auto montieren, damit sollten sich solche Passagen in Zukunft besser abschätzen lassen.

Damit es nicht zu langweilig wurde, lag in der Mitte der Abfahrt plötzlich ein Baumstamm im Weg. Der Jeep vor mir ist noch drüber gekommen, aber das war schon sehr knapp. Da ich (bzw. der Toyota) etwas weniger Bodenfreiheit habe, wollte ich das gar nicht erst versuchen. Nach einigem überlegen, was wir mit dem Teil nun anstellen sollten, haben wir den Baumstamm mit 2 Bergegurten hinten an den Jeep gehängt und an eine günstigere Stelle geschleppt. Hat sehr gut funktioniert und so konnte ich auch ohne Problem dieses Hinderniss überfahren.

Es ging dann noch kurz durch ein Flussbett, danach hatten wir mal wieder einen Holzsammelplatz erreicht. Ab dort geht es dann immer „ziviler“ weiter, oder ab da wird es interessant, je nachdem wie rum man fährt 😉 . Da zu den Sammelplätzen die Holz-LKW’s fahren müssen, sind die Wege dann etwas breiter und besser befestigt. Leider sorgen die LKW’s aber auch dafür, dass es nervige Schlaglöcher und Wellblech von der Sorte „kann sich ein Hund drin verstecken“ gibt. Macht wenig Spaß zu fahren. Leider sollte uns diese Art Piste den Rest des Tages über verfolgen. Schlecht geplant!

Zu allem Übel ging es auch noch über Kilometer durch dichten Nadelwald. Wahrscheinlich hatte ich das schon mal geschrieben, aber für mich gibt es landschaftlich kaum was langweiligeres als einen Nadelwald. Dunkel, kaum Bodenbewuchs und meistens auch noch feucht. So gestaltete sich auch die Suche nach dem Übernachtungsplatz etwas schwierig. Wir haben dann trotzdem noch eine freie Stelle im Wald gefunden, die allerdings etwas feucht war und außerdem gefühlt in einem „Loch“ lag. Aber was besseres war halt nicht aufzutreiben, als es dunkel wurde.

Wenigstens war die Wettervorhersage für den kommenden Tag sehr gut und wir waren schon gespannt darauf, was die Strada Strategica für uns bereithalten würde.