Rumänien 2014

Nebel, Regen und Sackgassen

Schon am Abend vorher konnten wir beobachten, wie langsam der Nebel in der Berge einzog. Wobei es nicht ganz klar war, ob es sich wirklich um Nebel handelt, oder einfach die Wolken so tief hingen. Aber sowas kann sich bis zum nächsten Morgen auch wieder verziehen.

Tat es aber nicht 🙁 . Bereits in der Nacht hatte ich bemerkt, dass es deutlich wärmer war und draußen auch kein Laut mehr zu hören war. Das sind meistens Anzeichen dafür, dass man mitten im Nebel steht. Dem war dann auch so – dichter ekliger Nebel, zusammen mit feinem Nieselregen. Schade, denn so war an eine Weiterfahrt auf dem Kammweg nicht zu denken. Man würde dort oben eh nichts sehen und gerade wenn ich auf so einem Weg unterwegs bin, möchte ich etwas sehen.

Also runter ins Tal zur Forstpiste und mal grob Sibiu als Tagesziel angepeilt. In der Nähe von Sibiu gibt es auch einen der wenigen Campingplätze in Rumänien. Dieser wird von einer deutschen Familie geführt und war für uns mal wieder die Gelegenheit eine Dusche nutzen zu können. Aber vorher wollten wir noch den Tag anständig verbringen.

Oberhalb von Sibiu liegt ein Skigebiet, in dem wir einige Strecken vorher rausgesucht hatten. Auch hier war wieder unklar, ob diese überhaupt befahrbar sein würden. Die erste davon stellte sich auch gleich mal als verdammt eng heraus. Sie war so eng, dass ich mir einen schöne Beule in den rechten Kotflügel gefahren habe. Kann passieren, hat mich dann aber doch ein paar Minuten lang geärgert. Leider war dann auch irgendwann Schluss und wir mussten wieder umkehren. Der Weg wäre zwar noch breit genug gewesen, führte aber durch eine enge und schräge Hohlgasse, in der ich wahrscheinlich mit dem Dachzelt rechts am Hang entlang gerutscht wäre. Das ist es dann auch nicht wert, also Rückzug. Aber das sollte nicht der einzige bleiben für diesen Tag.

So schnell geben wir halt nicht auf, sondern haben einfach die nächste Abfahrt ins Tal runter versucht. Diese Piste war auch breit genug und am Anfang gut befahrbar. Zwar sehr steil, aber das stellt erst mal noch kein Problem dar. Leider kam dann irgendwann eine hängende Linkskurve, die man entweder am oben Rand oder ganz unten hätte fahren können. Oben hätte akute Kippgefahr bestanden, unten war mal wieder die Böschung im Weg, bzw. eine reinragende Wurzel. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass diese Kurve bergauf kein Problem gewesen wäre, bergab war uns das Risiko aber einfach zu hoch. Also auch hier Rückzug – wobei sich dieser etwas komplizierter gestaltete.

Ich stand mit dem Toyota nämlich schon mitten in der Kurve drin, als wir den Rückzug beschlossen und rückwärts den Hang wieder rauf fahren wäre auch nicht ohne weitere Beulen abgegangen, da davon auszugehen war, dass der Wagen Richtung Böschung rutschen würde. Wenden war an der Stelle auch keine Option, also durfte mal wieder der Jeep aushelfen. Florian stand etwas oberhalb von mir, an einer Stelle an der er auch mehr weniger gut wenden konnte. Danach den Toyota an den Bergegurt gehängt und die nächsten 200 Meter rückwärts bis zu einer passenden Stelle, an der ich auch wenden konnte.

Rückwärts so einen Hang rauf zu fahren, ist mit das ekligste, was man im Gelände treiben kann. Man muss permanent die beiden Rückspiegel beachten, sieht aber trotzdem nicht jedes Hindernis, welches im Weg liegt. Dazu kommt noch, dass das Auto einfach an der falschen Stelle lenkt 😉 . Aber da wir uns für die sichere Variante mit Bergegurt entschieden hatten, bestand nie die Gefahr, dass etwas hätte passieren könne (denke ich zumindest).

Nach diesen beiden Abenteuern hatten wir dann doch genug für den Tag und sind über die Passstraße ins Tal runter gefahren. Danach direkt auf den schönen Campingplatz und ab in die Dusche 🙂 . Die Wettervorhersage für die folgenden Tage sah auch ganz gut aus, so dass wir zuversichtlich auf die folgenden Tage blickten.

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Ach da war noch die Story mit dem Abendessen. Nachdem wir hier wieder in der Zivilisation waren, hatten wir beiden keine Lust, uns selbst was zum essen zu kochen. In so einem Ort müsste sich doch so eine Art Restaurant finden lassen, wo man auch was zum essen bekommen könnte. Also mal los gelaufen, irgendwas wird sich schon finden. Irgendwas haben wir dann auch gefunden 😉 .

Das Gebäude sah von außen sehr gut aus, auch innen alles sehr ordentlich, nur die Zeit war hier irgendwann vor 40 Jahren stehen geblieben. Hätte mich nicht gewundert, wenn noch in der Ecke ein Kalender von 1960 gestanden hätte. Außer uns waren noch ein paar Gäste aus Holland zum essen dort, die wahrscheinlich vorbestellt hatten. Anders kann ich mir das auf jeden Fall nicht erklären, wieso die ein recht umfangreiches Abendessen hatten und wir nur die Reste von der Karte bekommen haben.

Ich finde es immer witzig, wenn ich eine umfangreiche Karte in die Hand gedrückt bekomme, es dann aber bei jedem Gericht heißt „haben wir nicht da“. Genauso so eine Nummer war das – zuletzt haben wir den Kellner dann einfach bringen lassen, was da war 😉 . War dann leider mit das schlechteste Abendessen, welches in den letzten Jahren bekommen habe. Zum abhaken – ab sofort dann lieber wieder selber kochen, da weiß man wenigstens, was im Topf ist 😉 .