Marokko 2013

Weiter Richtung Assa

Eines der faszinierenden Dinge, beim übernachten in der Wüste, ist die absolute Stille. Wenn Abends der Wind mal weg ist, keiner mehr sabbelt, hört man absolut kein Geräusch mehr. Für unsere zivilisationsgeplagten Ohren völlig ungewohnt. Am Anfang lauscht man immer noch, ob man irgendwas hört, oder meint plötzlich imaginäre Töne zu vernehmen, doch da ist einfach nichts. Wer es noch nie erlebt hat, wird vermutlich Schwierigkeiten haben, es nachzuvollziehen.

Unser Übernachtungsplatz an einem der „Polisario-Wälle“ zeichnet sich durch eben diese Stille aus. Ansonsten war die Landschaft noch etwas eintönig, aber das sollte im Laufe des Tages noch besser werden.
Nach einigen Kilometern Piste trafen wir erstmal wieder die Asphaltstrasse, die wir schon vom vorherigen Tag kannten. Nach einigen Metern konnten wir diese wieder verlassen und trafen auf die Reste einer alten Strasse, welche die Spanier angelegt hatten. Entlang dieser Strasse sahen wir auch das letzte Mal für diesen Tag andere Menschen. Es war ein befestigter Militärposten, der direkt in Sichtweite lag. Die Soldaten haben nur freundlich gegrüßt, wollten ansonsten aber nichts wissen.

Schon witzig, seit wir am Tag vorher von der Küstenstrasse abgebogen sind, hat uns niemand mehr kontrolliert. Ab Tan Tan wird man eigentlich regelmäßig an Kontrollposten nach einem Fiche und dem Reisepass gefragt. Sobald man aber von der Küstenstrasse abbiegt, ist Ruhe. Wir sind somit komplett vom „Radar“ verschwunden, denn an den Posten hatten wir der Einfachheit halber immer Layounne als Ziel genannt. Man muss dann einfach weniger erklären 😉 . Wahrscheinlich gibt es vor und nach Smara auch wieder Kontrollposten, doch dort sind wir ja auch nie gewesen 😉 .

Aber weiter auf unserer Reise durch den nördlichen Teil der Westsahara. So richtig interessant wurde der Tag erst, als wir auf eine alte Dakar-Piste trafen. Diese sind immer sehr gut durch Erdhügel markiert. Verfahren dürfte damals auf diesen Tagesetappen kaum möglich gewesen sein 😉 . Es ging zuerst über eine längere Schwemmtonebene und dann weiter ins Gebirge. So ein Schwemmtonebene ist i.d.R. ein riesen Spass. Der Untergrund ist meistens glatt wie ein Kinderpopo und man kann endlich mal die Kiste fliegen lassen 😉 . ir fahren dann immer gerne ala Mad Max versetzt hintereinander. Jaja ich weiss schon, Männer und ihre großen Spielzeuge 😉 .

Die Landschaft war dann auch bis zu unserem Übernachtungsplatz sehr abwechslungsreich. Ab und zu mal ein Brunnen, ein verlassenes Haus, rauf und runter und immer wieder wechselnde Landschaftsbilder.
Kurz bevor wir uns einen Übernachtungsplatz suchen wollten, ging es nochmal durch ein riesiges Qued. Da kam sogar etwas Rallyefeeling auf – die Piste schlängelte sich schön gleichmäßig zwischen Kamelgrass und war gleichzeitig leicht sandig, so dass wir zum zweiten Mal an diesem Tag die Kisten etwas „fliegen“ lassen konnten.

Als krönenden Abschluss haben wir dann noch einen genialen Übernachtungsplatz, zwischen zwei Tafelbergen gefunden. Morgen geht es dann weiter, auf einsamen Pisten Richtung Assa.