Marokko 2013

Bis nach Assa

Weiter durch die Westsahara – wobei wir heute die Grenze der Provinz wieder überfahren werden und im international anerkannten Teil von Marokko ankommen werden 😉 .

Zum Frühstück hatten wir schon einen genialen Sonnenaufgang, der den Sonnenuntergang von gestern noch toppen konnte. Überhaupt haben wir dieses Jahr im Herbst viel besseres Fotowetter, als letztes Jahs im Frühjahr. Der Himmel ist klarer und nicht immer nur diesig, so dass man wirklich schöne Fotos machen kann. Die intensive Sonneneinstrahlung muss man natürlich dabei beachten. Die meisten Kompaktkameras kommen damit nicht klar.

Wir immer lassen wir es morgens erstmal gemütlich angehen und geben meistens erst ab 9:30 Uhr so richtig Gas 😉 . Man muss sich morgens nicht unnötig hetzen – mach ich schon zu hause ungerne, also muss ich mir das im Urlaub nicht antun.

Somit waren wir dann gegen 9:30 Uhr wieder auf der Piste. Nach den Beschreibungen, die wir von dem Reststück bis nach Assa hatten, stellten wir uns auf einen längeren Fahrtag ein. Bei dieser Planung hatten wir allerdings nicht mit den marokkanischen Straßenbau Aktivitäten gerechnet. Nach einigen Kilometern Piste trafen wir plötzlich auf eine Straße im Bau. Es war zwar niemand am arbeiten, aber die kommenden ca. 50 km sollten schneller abgespult sein, als wir das vorher gedacht hatten.
Auf der bereits vorbereitet ließ sich mit gut 80 Richtung Assa brettern, was wir natürlich auf der alten Piste nicht geschafft hätten. Einerseits schade (für uns), andererseits war die Landschaft links und rechts der Piste dann auch nicht so interessant, dass wir groß war verpasst hätten.
Eine witzige Begegnung hatten wir noch auf der „Straße“: Einer der wenigen Bäume wurde gerade als Rastplatz von uns genutzt, als plötzlich der Sound eines alten Dieselmotors zu hören war. Von der Straße war ein alter Defender mit zwei Mann Besatzung abgebogen. Die beiden wollten erst mal wissen, ob alles OK sei – stellten ein paar Fragen – wir auch, zum Abschluss gab es noch ein Erinnerungsfoto und die beiden brausten wieder davon. Wollten nix verkaufen und haben auch nicht nach Zigaretten, Bier o.ä. geschnorrt. Hört sich jetzt sicher doof an, aber leider ist das häufig in Marokko die Regel, bei solchen Begegnungen. Nicht so im Süden – die Menschen dort sind viel zurückhaltender, sind zwar auch neugierig, was denn in ihrer verlassenen Gegend Touristen machen, bleiben aber immer unaufdringlich. Das fanden wir beide bis jetzt sehr angenehm und sollte sich im weiteren Reiseverlauf auch bis Tata nicht ändern.

Weiter im Tagesbericht – einen Abstecher von der neuen Straße gönnten wir uns noch und folgten dabei einer alten Piste durch die Berge. Dabei konnten wir nochmal 3 Wälle aus dem Polisario-Krieg sehen. Wer sich mit den Hintergründen dieser Wallanlagen beschäftigen möchte, findet im Internet dazu einige interessante Quellen. Ich kann es nur jedem empfehlen, sich vorher etwas zu informieren, bevor man eine Tour in diese Gegend plant. Im nördlichen Bereich, braucht man sich allerdings m.E. im Jahr 2013 keine Sorgen mehr zu machen.

So erreichten wir nach unserem letzten Abstecher Assa relativ früh. Tanken war angesagt, nur auch hier war die Stadt schon wieder ausgestorben. So wie wir das bereits in Sidi Ifni und Tan Tan bemerkt hatten – immer noch Hammelfest 🙂 – na gut, bei uns haben über Weihnachten auch keine Geschcäfte geöffnet! Zum Glück der letzte Tag des Hammelfestes, so dass sich in den folgende Tagen die Einkaufssituation erleichtern sollte.

Problem am heutigen Tag war nur, dass auch die Tankstelle in der Hammelfest Siesta schlummerte, wir (bzw. der Jeep 😉 ) aber dringend Sprit benötigen. Also erstmal den Tankwart aus dem Tiefschlaf geholt – als Dank gab es auch ein Trinkgeld 🙂 .

Nachdem die Autos mit Futter versorgt waren, fehlte uns noch ein Nachtlager. Wichtiges Kriterium – eine Dusche! In Asse sagte uns keiner Campingplätze zu, so dass wir uns ein paar Kilometer weiter nördlich orientierten und dort den Campingplatz Borj Biramane in Icht fanden. Der Platz wird von 2 französischen Brüdern geführt. Die Anlage liegt sehr schön, ist weitläufig und nach einigen Tagen im Outback freut man sich wieder auf etwas Luxus.

Morgen soll es dann weitergehen Richtung Tata.