Albanien 2013

Entlang der griechischen Grenze

Irgendwie bewegen wir uns wie im Krebsgang vorwärts, zwei Schritte vor, einer zurück 😉 . Obwohl wir jetzt bereits 5 Tage in Albanien unterwegs sind, wären wir heute fast wieder in Griechenland gelandet.

Das lässt sich aber auch kaum vermeiden, wenn man von unserem letzten Stellplatz an der Thermalquelle in Richtung Ohrid-See fahren möchte. Einzige sinnvolle Verbindungsstrecke ist die SH75, die mehr oder weniger an der griechischen Grenze entlang führt. Wenn man dann mal, so wie wir, an einem Abzweig nicht aufpasst, dann steht man plötzlich wieder vor einem Grenzhäuschen, obwohl man doch eigentlich gar nicht ausreisen wollte. War aber kein Problem, hat auch niemanden gestört, wir sind einfach wieder umgedreht.

Unsere Mittagspause haben wir in Leskovic in einem Restaurant eingelegt. Neben einem leckeren Mittagessen und freiem Internet gab es auch wieder jede Menge Unterhaltung. Die beiden Kinder des Besitzers konnten sehr gut Englisch und vor allem der Sohn hat sich gefreut, dass er seine Kenntnisse einsetzen konnte, um unsere Bestellungen und Wünsche aufzunehmen. Der Ort war im Ortskern überraschend gut gepflegt, außen rum aber leider wie häufig üblich wilde Müllhalden und zerfallende Bauten.

Es stehen einfach auch noch sehr viele Betonkästen aus kommunistischer Zeit in der Gegend rum, in denen aber wahrscheinlich niemand mehr wohnen möchte. Dann gibt es wahrscheinlich auch keine funktionierende Müllentsorgung, was sich bei unserem „modernen“ Plastikmüll gleich entsprechend auswirkt. Das sind dann so die optisch negativen Seiten, die man bei der Fahrt durch dieses Land immer wieder sieht. Es ist wahrscheinlich das ärmste Land Europas und das darf man bei solchen Betrachtungen einfach nicht vergessen! Albanien war über 50 Jahre von der Außenwelt abgeriegelt und die Folgen davon verschwinden nicht einfach innerhalb von ein paar Jahren.

Ich hab aber in den paar Tagen bis jetzt den Eindruck gewonnen, dass die Menschen hier bereit sind, ihr Land vorwärts zu bringen. Sehr positiv ist uns aufgefallen, dass viele Kinder und Jugendliche sehr gut Englisch und auch andere Fremdsprachen können.

Unser Tagesziel hatten wir bereits kurz vor 15 Uhr erreicht, ein kleiner Campingplatz (Farma Sotira) mitten im Wald. Sehr schön angelegt, mit einer Forellenzucht, einem Restaurant und ganz wichtig, einer warmen Dusche! Kann ich nur weiterempfehlen – wer auf der SH75 unterwegs ist, kann den Platz auch nicht verfehlen, denn die Straße führt direkt dran vorbei.