Korsika 2011

Offroad zu Fuß

Nach einem Tag faulenzen wollten wir uns heute eine Wanderung aus dem Rother Wanderführer raussuchen. Eigentlich hätten wir gerne die Gumpentour an der Ostküste gemacht, allerdings hatte sich das Wetter etwas verschlechtert, es war bewölkt und auch kühler geworden. Ein Tiefdruckgebiet zog über Korsika und sollte uns bis zum Ende des Urlaubs noch verfolgen. Zum Glück brachte es, bis auf eine Ausnahme, nur wenig Regen und in den folgenden Tagen hatten wir trotzdem noch viel Sonnenschein.

Als Alternative suchten wir uns eine schöne Tour in den Bergen raus (Bergeries des Pozzi), die einen bis auf fast 2000 Meter auf eine Hochebene führt. Startpunkt der Wanderung ist die Skistation Val d’Ese. Geplant war, hier oben auch zu übernachten.

Im Sommer, wenn der Schnee weg ist, kann man an einer solchen Skistation auch schön sehen, wie umweltfreundlich der Wintersport dort ist. Wild zerpflügte Hänge, überall dort wo Lifte stehen, ist von der ursprünglichen Vegetation nichts mehr zu sehen. Also da muss ich sehr lange mit ’nem Geländewagen den Hang rauf und runterfahren um so einen Zustand zu erzeugen! Deswegen ist es sehr wichtig, dass auch in den entlegensten Gebieten überall Verbotsschilder aufgestellt werden, damit nicht mal aus versehen ein Grashalm von einem Reifen plattgefahren wird.

Beim Start  der Wanderung war das Wetter noch OK, es zogen allerdings bereits einige Wolkenfetzen über die Berge. Wir waren aber mit GPS-Gerät mit Topokarte und allen möglichen Klamotten gut gerüstet. So ging es über schmale Wege mal mehr, mal weniger steil den Berg rauf, bis zu einer Schutzhütte, die leider innen in keinem guten Zustand war.

Danach gings weiter zu einem genialen Buchenwald mit sehr altem Baumbestand. Je höher wir kamen, desto niedriger und knorriger wurden die Buchen. Ich fands schon faszinierend, dass auf dieser Meereshöhe noch Buchen wachsen. Zur Hälfte der Wanderung gelangt man zu einer Käserei, die während des Hochsommers genutzt wird und wo man dann auch Käse kaufen kann.

Kurz danach folgt dann der optische Höhepunkt in Form einer hochmoorartigen Wiese, die überall mit kleinen Tümpeln durchsetzt ist. Ich hoffe, dass die Fotos wenigstens annähernd dieses Erlebniss wiedergeben.

Leider schlug dann für den zweiten Teil der Wanderung, der an einem Berggrat entlangführt, das Wetter komplett um. Innerhalb von wenigen Minuten zog dichter Nebel auf und die Sichtweite sank auf wenige Meter. Den richtigen Weg fanden wir trotzdem, indem wir einfach der Linie auf dem GPS-Gerät folgten. Schon toll diese Technik!

Nebel alleine reichte aber noch nicht, oben auf dem Berggrat fing es auch noch an zu regnen. Ich vermute mal, dass von hier oben eine tolle Aussicht auf die korsische Bergwelt zu sehen ist. Da wir noch ungefähr 1,5 Stunden zu laufen hatten, reichte der Regen auch aus, alle tollen Funktionsklamotten zum nicht mehr funktionieren zu bringen und dafür zu sorgen, dass wir alle bis auf die Socken nass waren 😉 . Hier hätte einen nur der gute alte Friesennerz trocken halten können.

Zurück am Auto war uns dann auch klar, dass hier oben übernachten bei dem Wetter eher unspaßig sein würde. Also zurück zur Küste, Richtung Ajaccio. Kurz vor Ajaccio fanden wir auch noch einen Campingplatz, der sogar um 20:30 Uhr noch extra seine Rezeption für uns öffnete. Fand ich sehr nett! Der Platz lag zwar nicht so schön, wie sein Vorgänger, hatte aber die Anmutung eines tropischen Gartens und einen schönen Pool.