Korsika 2011

Corte und zwei Tage in Paradisu

Noch im Dachzelt liegend kreisten meine Gedanken über dem „Problem“, was macht Sinn für die verbleibenden drei Tage auf Korsika.

Mein ursprünglicher Wunsch war es gewesen, mal die Westküste ab Ajaccio bis Calvi raufzufahren. Das hätte aber bedeutet, dass wir jeden Tag bis Freitag abend im Auto gesessen hätten und jede Menge kleine und kleinste Straßen zu fahren gewesen wären. Landschaftlich sicherlich ein Highlight, hab ich diesen Plan dann auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Es ist also klar, ich muss wiederkommen 😉 .

Die zweite Möglichkeit die mir einfiel, über Corte wieder in den Norden in die Desert des Agriates fahren und dort zwei Tage auf dem Campingplatz Paradisu zu verbringen. Alternativ könnte man sich in Corte noch dazu entscheiden, auf den Monte Cinto raufzufahren und dort die Nacht zu verbringen.

Dieser Vorschlag fand dann auch bei Christiane und Markus Zustimmung und so machten wir uns nach dem Frühstück auf Richtung Corte.

Da wir durch die Planänderung viel Zeit gewonnen hatten, konnten wir auch ein paar Stunden in Corte rumlaufen und in der Altstadt ein leckeres Mittagsmahl einnehmen. Kann ich nur weiterempfehlen, sich mal so eine korsische Platte zu bestellen. Sehr lecker!

Als ich in Corte so die umliegende Bergwelt sah, kam in mir wieder der Wunsch hoch, auf den Monte Cinto raufzufahren. Letztes Jahr war ich auch schon oben gewesen und der „Parklatz“ neben der ehemaligen Bergherie eignet sich sicherlich hervorragend für eine Übernachtung. Allerdings war das Wetter, wie bereits am Vortag in den Bergen immer noch sehr unsicher und dort oben zu übernachten, wenn vielleicht das Wetter umschlägt, ist bestimmt auch nicht spaßig.

Also ging es, für mich schweren Herzens, weiter Richtung Norden bis an den Rand der Desert des Agriates. Da das Garmin-Navi von Markus meinte eine klevere Abkürzung zu kennen, hier noch ein Hinweis zu eingezeichneten Pisten in der Desert des Agriates und der Wirklichkeit: auch in den aktuellen IGN-Karten sind Pisten auf der Karte eingezeichnet, die schlicht nicht existieren. Es gibt genau zwei erlaubte und eine halblegale Piste in die Desert des Agriates. Die beiden legalen hab ich in diesem Reisetagebuch und dem vom letzten Jahr beschrieben, die halblegale mag jeder selber suchen 😉 .

Der Rest des Mittwochs ist relativ schnell erzählt, die Piste zum Campingplatz stellte wie bereits erwartet, keine Herausforderung für uns dar. Der Campingplatz war allerdings wesentlich voller als in der vorherigen Woche, was sicherlich auch am kommenden langen Wochenende lag (Chr. Himmelfahrt). Wir fanden aber trotzdem noch ein schönes Plätzchen, und machten es uns gemütlich.

Leider zog ein Sturm mit kühlem Wind über die Insel rüber, der es ungewohnt kalt machte. Ein Spaziergang zum Strand am Abend entschädigte uns allerdings für das „schlechte“ Wetter, denn das Mittelmeer war ungewohnt wild und zusammen mit den letzten Sonnenstrahlen ergab sich eine tolle Lichtstimmung zum fotografieren.

Donnerstag früh hatte sich der Wind gelegt, die Wolken waren aber immer noch vorhanden und wir überlegten, ob wir weiterfahren sollten oder doch noch einen Tag bleiben. Die Überlegungen zogen sich solange hin, dass die Wolken irgendwann verschwunden waren und der Campingplatz sich geleert hatte. So konnten wir auf einen schöneren Platz umziehen. Den Rest des Tages verbrachten wir mit einem Ausflug zum Strand und ausgiebigem Faulenzen.