Korsika 2011

Desert des Agriates Part 2

Montag früh auf dem Campingplatz Paradisu. Obwohl relativ wenig los war, war es ungewohnt laut, denn irgendwelche Kühe mussten morgens früh schon fangen spielen oder verstecken. Mir fallen sonst keine vernünftigen Gründe ein, weswegen die Viecher morgens so ein Spektakel veranstalten müssen.

So war ich dann für meine Verhältnisse relativ früh wach, nur um festzustellen, dass Florian schon viel früher aufgestanden war. Offensichtlich hatte ich die Kühe ca. 1 Stunde lang überhört. Einen Vorteil hatte das Konzert, wir waren relativ früh, so gegen 9 Uhr schon wieder unterwegs.

Heute wollten wir die zweite Piste der Desert des Agriates in Angriff nehmen, die zur Marina di Malfalcu. Wer Korsika 2010 gelesen hat, wird sich hoffentlich erinnern, dass wir bereits letztes Jahr dieses Ziel angesteuert hatten. Alles was dort zum Pistenzustand und den Fahrzeugen mit denen man dort auf keinen Fall reinfahren sollte, geschrieben steht, gilt zum Glück auch heute noch. Ich hoffe, dass diese Piste auch in Zukunft in diesem schlechten Zustand erhalten bleibt. Die Felsbrocken und die Auswaschungen sind sozusagen der Gatekeeper, der verhindert, dass auch hier eine Karawane von PKWs zum Strand runterfährt, wie in Saleccia.

Wer zum Strand von Ghignu gelangen möchte, muss sich entweder mit dem eigenen Geländewagen auf die Piste wagen (Tiguan & Co. bitte oben auf dem Parkplatz bleiben!), zu Fuß runterlaufen oder dem Wanderweg ab St. Florent folgen.

Da wir unten übernachten wollten, ging es erstmal nach St. Florent zum Supermarkt, um die Vorräte aufzufüllen. Gegen Mittag waren wir dann am Einstieg auf der Passhöhe der D81. Noch schnell den Luftdruck in den Reifen auf 1,4 Bar runter und los gings.

Die Piste kann grob in zwei Teile aufgeteilt werden. Der obere Teil bis zum „Parkplatz“ in der Mitte und der Abstieg zum Strand von Ghignu runter. Der zweite Teil ist wesentlich schwieriger zu fahren. Es geht teilweise steil bergab, immer wieder liegen gröbere Felsbrocken im Weg und die Auswaschungen sind auch tiefer. Letztendlich hatten wir unseren Spaß und mit dem Wrangler von Florian als Führungswagen ist sowas eh einfacher zu fahren, da auch diese Piste für den Wrangler keine wirkliche Herausforderung darstellt.

Unten am Ghignu Strand können Hütten gemietet werden, die auch recht preiswert sind. Die Hütten haben alle eine Solarzelle auf dem Dach, außerdem existiert auch noch ein gemeinsames, einfach gehaltenes Sanitärgebäude. Wir hatten eigentlich vor, so eine Hütte zu mieten und dann davor im Dachzelt zu übernachten. So kann man legal das Campingverbot umgehen. Leider hatten wir aber in St. Florent vergessen zur Touri-Info zu gehen und vor Ort war nachmittags von den Rangern auch niemand mehr. So entschlossen wir uns, in einer kleinen Senke unser Nachtlager aufzuschlagen. Ich denke mal, in der Vorsaison war das noch OK, an der Stelle war auch sichtbar, dass hier schon häufiger jemand übernachtet hatte.

Später am Abend kam noch ein Einheimischer mit seinem Geländewagen vorbei, der nur freundlich gegrüßt hat.

So hatten wir dann abends beim obligatorischen Bad im Mittelmeer den m.E. schönsten Strand der Desert des Agriates für uns alleine und konnten die Ruhe und den tollen Sternenhimmel genießen.