Hispania 2009

Auf alten Schmugglerpfaden rund um Andorra

Montag 25.05.2009

An einem Tag mit sehr angenehmen Wetter waren wir unterwegs auf alten Schmugglerpfaden rund um Andorra. Früher soll auf diesen Wegen, das eine oder andere außer Landes geschmuggelt worden sein. Ich glaube nicht, dass sich heute noch jemand diese Mühe macht. Angeblich soll allerdings immer noch an der andorranisch-spanischen Grenze am Port de Cabús vom spanischen Zoll ab und zu kontrolliert werden.
So früh im Sommer (oder spät im Frühjahr), war dort oben allerdings niemand unterwegs, der sich für uns interessiert hätte.
Oben am Port de Cabús angekommen, waren wir erstmal etwas enttäuscht, da dort ein „Durchfahrt verboten“ Schild steht. Nachdem allerdings ein Andorraner dort mit seinem Pajero auch durchgefahren war, sah wir keinen Grund mehr, dasselbe nicht auch zu tun. Ich gehe mal davon aus, dass es sich um die noch nicht aufgehobene Wintersperre handelte. Die Straße bis zur spanischen Grenze ist nämlich asphaltiert und sah so aus, als ob sie noch vor kurzem zugeschneit war. Wer von der spanischen Seite aus kommt, wird übrigens nirgendwo ein Verbotsschild o.ä. sehen, außer dann im Rückspiegel ;).
Die Abfahrt nach Spanien runter zählt sicherlich zu den landschaftlichen Höhepunkten in den Pyrenäen. Wer hier in der Gegend ist, sollte sich diese Piste nicht entgehen lassen. Eine kleinere Furt ist zu durchqueren, die allerdings kein Hindernis darstellen sollte. Ansonsten viel viel Landschaft und zwei (fast) verlassene Dörfer.
Im unteren Drittel wurde die Piste leider vor einigen Jahren mit EU-Geldern betoniert, zu unserem Leidwesen, aber die Bevölkerung in dieser abgelegenen Gegend wird sich eher gefreut haben, über die Erleichterung. Im betonierten Teil findet sich auch noch eine alte Furt, die es wirklich in sich hat. Bei niedrigerem Wasserstand, lässt sie sich bestimmt gut fahren, wobei man dann auch auf die großen Felsbrocken aufpassen muss. Uns war allerdings der Wasserstand zu hoch, so dass wir die „Chicken-Line“ über die Brücke genommen haben. Alex hat sogar extra noch die Wassertiefe mutig geprüft, denn er wollte unbedingt dort durchfahren. Er musste allerdings auch feststellen, dass das am heutigen Tag nicht möglich war.
In Spanien kommt man dann in Höhe des Ortes Ribera de Cardós zurück in die Zivilisation. Nach einigen Kilometern Richtung Süden erreicht man dann den Abzweig zur zweiten Schmugglerroute (Abzweig Tirvia/Burg). Diese bietet landschaftlich eine etwas kargere Natur, die Ausblicke in die umgebende Bergwelt sind aber fast noch beeindruckender, als am Vormittag. Wieder galt eine kleinere Furt zu bezwingen, die wir ausreichend zum fotografieren und filmen nutzten (man kann ja schließlich auch mehrfach durchfahren 😉 ). Die Piste schlängelt sich immer weiter Richtung Andorra den Berg rauf. Den Passscheitel erreicht man dann bei ca. 2100 Metern. Über Os de Civis geht es dann zurück nach Andorra.
Die beiden Schmugglerpfade sind somit eine schöne Tagestour, über ca. 70km auf unbefestigten Wegen. Mit dem Geländewagen sollte man inkl. Fotostopps mindestens 6 Stunden einrechnen. Wir haben etwas länger gebraucht 😉 .

Morgen wollen wir dann den südlichen Teil von Andorra erkunden, bevor es dann am Mittwoch auf den Campingplatz Isabena am Rande der spanischen Pyrenäen geht.