Island 2008

Lokinhamrar und Impassable

Donnerstag 28.08.
Momentan haben wir wirklich Glück mit dem Wetter. Für heute war für den ganzen Tag Regen vorhergesagt, auf unserer Runde rund um Lokinhamrar hatten wir aber die ganze Zeit Sonnenschein und vergleichsweise angenehmen Temperaturen.

Heute abend ist es mal wieder am Regnen und ich hab mich zum schreiben ins Auto verzogen. Außerdem hat der Wind stark zugenommen, für morgen gibt es sogar eine Sturmwarnung. Wahrscheinlich müssen wir uns deswegen morgen wahrscheinlich wieder eine feste Unterkunft suchen. Gelandet sind wir jetzt auf dem Zeltplatz in Isafjörður.

Heute früh ging es bei annehmbaren Frühherbstwetter in Þingeyri los. Der Zeltplatz hinter dem Schwimmbad ist ok, man hat zwar keine Duschen, dafür muss man aber auch nichts bezahlen. Wer unbedingt duschen muss, kann ja auch ins benachbarte Schwimmbad gehen.

Wir wollten heute eine alte Verbindungsstrecke fahren, die über Lokinhamrar, ein altes verlassenes Gehöft, direkt an der Küste entlang zwischen der Strasse 60 und Þingeyri verläuft. Ich hatte von Teilstücken bereits einige Fotos gesehen und besonders ein Teil der Strecke, das direkt am Strand entlangführt, hatte mich besonders gereizt.
Wenn ich allerdings vorher gewußt hätte, wie es an genau dieser Stelle ausschaut, dann wären wir bestimmt nicht dort reingefahren. Hätten dann aber auch eine tolle Landschaft verpasst.

Von Þingeyri aus westwärts folgt man erstmal der 622, die dann irgendwann zur 4×4-Piste, angekündigt durch ein Warnschild mit einem langen Text auf isländisch drunter. Keine Ahnung was dort draufsteht 😉 . Aber wie wir noch feststellen sollten, stehen die informativen Schilder an der Passage sowieso an der falschen Stelle 😉 .
Nun 4×4 haben wir, also was sollte uns daran hindern weiterzufahren?

Die Piste schlängelt sich von dort ab immer an der Steilküste entlang. Die Linienführung ist manchmal schon recht halsbrecherisch. Auch liegen immer mal wieder größere Gesteinbrocken auf dem Weg, die anscheinen von oben runtergekullert sind.
Nach einigen Kilometern gelangt man dann zum Leuchtturm, der den westlichsten Punkt der Piste markiert. Der Leuchtturm ist zwar ein reiner hässlicher Zweckbau, aber mach sich trotzdem gut auf den Fotos.

Von dort aus geht es weiter ungefähr Richtung Osten. Ein paar Kilometer weiter sieht man dann Lokinhamrar rechter Hand in einem kleinen Tal liegen. Der Hof ist schon vor einigen Jahren aufgegeben worden, das Haupthaus ist aber immer noch in einem guten Zustand, da es wohl immer noch hin und wieder bewohnt wird. Ich hab mir das Gelände etwas genauer angeschaut und dabei viele schöne (hoffentlich) Fotos geschossen.

So langsam wurde es nach Lokinhamrar spannender. Die Piste wurde noch ausgesetzter und die Gesteinsbrocken auf ihr häufiger. Bis wir dann vor der Stelle standen, von der ich im Internet schon einiges gelesen hatte. Sah aber für mich auf den ersten Blick völlig harmlos aus, zwar etwas steinig, aber es war immer noch eine Piste erkennbar.
So haben wir sogar noch drüber diskutiert, wie wir am besten von beiden Wagen eine Videoaufnahme hinbekommen. Das war uns dann ein paar Minuten später egal 😉 .

Also ich guten Mutes vorausgefahren, Ingmar sollte warten, damit ich seine Durchfahrt in Ruhe würde filmen können. Zuerst war es auch noch ganz easy, bis es über einen kleinen Hügel ging und ich unvermittelt, ohne das ich damit gerechnet hatte fast im Meer stand. Hab mir zwar keine nassen Füße geholt und die Steine waren auch alle trocken, aber man konnte doch sehen, dass das Meer hier bei Hochwasser gegen die Felsen schlägt. PUH!
Bis ich die Situation richtig eingeschätzt hatte, war ich auch schon gutes Stück in den Steinstrand reingefahren. Zurück wäre doof gewesen, also erstmal Ingmar angefunkt, dass es nachkommen solle. Alleine wollte ich das folgende Stück nicht fahren. Es kommt auf den Fotos nicht so richtig raus, vielleicht auf den Videos, die ich nach dem Urlaub nachreichen werde. Durch die abgerundeten Steine und die leichte Schräglage rutschte der Wagen ständig Richtung Meer ab und drohte dadurch und noch viel größeren Steinen zu landen.

Ingmar konnte davon garnix sehen, da er noch hinter der Ecke stand. Als er bei mir angekommen war, schon leicht quer fahrend, war die Situation aber klar. Wir haben uns dann erstmal zu Fuß den Rest der Strecke angeschaut und dann ging es für mich weiter. Die folgende Passage wäre für mich garnicht so schwierig gewesen, wenn die blöde Untersetzung funktionieren täte. Tut sie aber nicht, und das schon über den kompletten Urlaub. Bis jetzt hat mich das nicht wirklich gestört, heute hätte ich sie das erste Mal gebrauchen können.
So ging es dann langsam mit schleifender Kupplung über die Steine bis zum rettenden „Ufer“ in Gestalt einer wieder erkennbaren Piste. Ich war wirklich froh, als ich das geschafft hatte, meine stinkende Kupplung denke ich auch 😉 .

Für Ingmar war das dann nicht mehr ganz so schwierig, da bei ihm die Technik funktioniert. So eine mechanisch einlegbare Untersetzung hat schon was 🙂 . Der Rest der Schlüsselstelle war dann nicht mehr kompliziert zu fahren. Groß waren allerdings unsere Augen als wir an dem Warnschild vorbeikamen, dass für die Gegenrichtung aufgestellt war. Dort stand ganz klar „IMPASSABLE“ drauf. Hätten wir so ein Schild auf der anderen Seite gehabt, wir wären umgekehrt. Allerdings hätte ich euch dann nicht diese schöne Geschichte erzählen können 😉 .

Morgen werden wir dann je nach Wetter entscheiden, wie es weitergehen wird. Wenn die Wettervorhersage recht behält, dann wird es wohl wieder Richtung Osten gehen. Mal sehen!