Island 2008

Durch den Sturm nach Blönduos

Freitag 29.08.
Heute abend bin ich doch etwas müder als sonst um die Zeit, was sicher auch daran liegt, dass wir in den letzten Tagen etwas zuviel Auto gefahren sind. Das Wetter hat uns teilweise dazu getrieben und dann sind die Westfjorde doch etwas weiter ab vom Weg, als ich das vorher gedacht hatte.

Von Fehlplanung will ich auf keinen Fall sprechen, denn dazu haben wir zuviele tolle Eindrücke gewinnen können. Nur verschätzt hab ich mich in der Anzahl der Kilometer die zu fahren sind. Tja, auch sowas kann einem alten Skandinavien-Hasen noch passieren 😉 .
Dazu kommt dann noch, dass das Wetter sich heute und gestern abend gegen uns verschworen hat 😉 . Wie ich gestern bereits geschrieben hatte, gab es eine Sturmwarnung für ganz Island. Der Sturm zieht auch aktuell um 21:30 Uhr noch aus östlicher Richtung über die Insel hinweg. Bereits gestern abend konnten wir merken, wie der Wind immer stärker wurde.

Da wir in Isafjörður die Zelte aufgeschlagen hatten, wurde es eine lustige Nacht. Die Zelte haben die Nacht gut überstanden, die beiden Insassen leider nicht so – es schläft sich einfach so schlecht, wenn draussen der Sturm tobt und am Zelt rüttelt.

Die Wettervorhersage, die für die Westfjorde für die nächsten Tage unverändert mäßig ausfiel, veranlaßte uns dann auch, unsere Rundtour durch den äußeren Westen abzubrechen und wieder gen Osten zu fahren. Leider!
Ich wäre gerne noch 1-2 Tage geblieben und hatte mich bereits auf eine Wanderung durch die Einsamkeit gefreut. Aber da muss halt auch das Wetter mitspielen und das ist seit ca. 1 Woche in Island doch recht launisch.

So sind wir dann gegen 11 Uhr aufgebrochen durch die sturmgepeitschten Fjorde. Es war die ersten Stunden wirklich eine lustige und auch nervige fahrt. Die meisten Fjorde müssen auf der Straße 61 Richtung Osten nämlich komplett ausgefahren werden. Wer sich mal die Karte anschaut und sich dann noch überlegt, dass ein Sturm mit Ostrichtung durch die Fjorde peitscht, kann sich vielleicht ein bischen ein Autofahrt entlang dieser Fjorde vorstellen.
Obwohl ich jahrelang an der Nordsee gewohnt habe und dort einige Stürme und Orkane miterlebt habe, muss ich doch feststellen, dass ich sowas wie heute auch noch nicht gesehen habe. Riesige Gischtfahnen wurden aus den Fjorden von den Sturmböen immer wieder aufgewirbelt und auf die Straße geweht. Sicht mitunter gleich Null!

Um wenigstens ein paar Fotos machen zu können, haben wir kurz an einem Parkplatz angehalten. An aussteigen war nicht zu denken, so rüttelte der Sturm am Wagen.

Nachdem wir das Fjordgebiet verlassen hatte, ließ der Wind etwas nach. Der Rest der Fahrt bis nach Blönduós war dann nur noch durchhalten und Augen offen halten 😉 . In Blönduós waren wir dann auch froh, dass wir einen Campingplatz mit Miethütten finden konnten. Bei dem Wetter hätte ich keine Lust auf eine weitere Nacht um Zelt gehabt.

Wir haben eben auch mal versucht, den morgigen Tag zu planen, sind aber immer an dem Punkt gescheitert, „wie wird wohl das Wetter?“. Deswegen erstmal schlafen und dann morgen den aktuellen Wetterbericht einholen.