Island 2006

Von der Askja bis nach Asbyrgi (11. + 12.08.)

11.08.2006 Freitag
Puh – heute haben wir soviel gesehen, dass es schwer fällt das am Abend in aller Kürze zusammenzufassen. Ich werde es trotzdem mal versuchen.

Besucht haben wir heute die Askja. Von dort aus ging es Richtung Dettifoss und jetzt sitzen wir wohlbehalten auf dem Campingplatz in Ásbyrgi.
Los ging es heute Morgen ungewohnt früh schon gegen 7:30 Uhr. Ich war schuld, denn ich konnte um 6 Uhr nicht mehr schlafen und habe die Nacht für beendet erklärt. Außerdem war ein ziemlicher Sturm zugange und es war einfach saukalt. So kalt, dass wir auf ein Frühstück keine Lust hatten.
Es ging dann über die teilweise von gestern schon bekannte Piste F910 zur Askja. An der Dreki-Hütte (N 65° 2 ‚ 32  „, W 16 ° 35‘ 42.1“) kann man noch ein Stück vorbeifahren und gelangt dann zu einem Parkplatz (N 65° 4 ‚ 1.3 „, W 16 ° 43‘ 29.7“) mitten im nirgendwo, von dem aus man dann zu Fuß in ca. 30 Minuten den Kratersee Öskjuvatn erreichen kann. Direkt daneben liegt der kleinere See, Viti (Hölle) ge75nt, der durch mehrere Schwefelquellen beheizt wird. Angeblich soll man in ihm auch baden können, was ich mir aber bei dem Gestank dort lieber nicht vorstellen möchte!
Leider hatten wir ziemlichen Nebel, so dass man nur einen Teil der beeindruckenden Vulkanlandschaft bewundern konnte. Es hat sich aber trotzdem gelohnt, direkt am Anfang der Reise den Ausflug zur Askja einzuplanen, auch wenn die Pisten dorthin nicht immer einfach zu befahren waren.

Richtung Norden ging es dann über die F88 die nicht schwierig zu befahren ist, bis auf zwei Stellen, die Furten über die Lindaá (N 65° 13′ 45.3″, W 16 ° 11′ 23.1″) und über die Grafarlandaá (N 65° 20′ 13.2″, W 16 ° 3 ‚ 32.6″). Die erstere ist wie vielfach beschrieben schwieriger zu befahren, da die Lindaá wesentlich breiter und tiefer ist, als die zweite Furt. Wenn man sich aber an ein paar Regeln hält, dann kommt man auch problemlos hier durch. Untersetzung rein, 1. Gang und die Furt in einer kleinen Kurve befahren, also nicht geradeaus. Zu schnell sollte man auch nicht fahren, da die Wasserhöhe teilweise doch 50cm betragen dürfte. Vor uns war schon die Naturschutzwärtin mit ihrem Toyota Pickup durchgefahren, so dass ich schon gesehen hatte, dass es auch mit dem Sori machbar ist.

Der Rest der F88 ist dann bis auf die zweite Furt recht eintönig. Man bewegt sich durch die „Wüste der Missetäter“. So sieht es hier auch aus! Eine ebene Steinwüste, nur im Hintergrund sind einige Berge zu sehen.

Kurz dann über die Ringstrasse und weiter auf der nächsten Piste. Die ist allerdings nicht mehr als 4×4-Piste bezeichnet, sondern soll auch nach vielen Reiseführern mit normalen PKW einfach zu befahren sein. Der Zustand war allerdings Anfang August, wahrscheinlich aufgrund des starken Verkehrs schlechter als auf der F88 (zumindest teilweise).
Über die eben beschriebene Strasse 864 erreicht man den Dettifoss (Parkplatz N 65° 49′ 8″, W 16 ° 22′ 45″) und im weiteren Verlauf dann die Schlucht von Asbyrgi (Campingplatz N 66° 1 ‚ 29″, W 16 ° 29‘ 43″). Der Dettifoss und der in der Nähe liegende Selfoss sind wirklich eine Reise wert! Gigantische Wassermassen stürzen hier herunter. Ein beeindruckender Anblick, den man in Europa wohl kein zweites Mal finden dürfte.

Morgen werden wir wohl auf dem Campingplatz in Asbyrgi bleiben und uns diese Schlucht etwas näher anschauen. Davon im nächsten Bericht mehr!

Kilometerstand: 2220

12.08.2006 Samstag
Wandertag! Keinen einzigen Kilometer gefahren, endlich mal das Zelt nicht abgebaut und morgens in aller Ruhe gemütlich gefrühstückt. Leider ist der Himmel immer noch von einer dichten Wolkendeck bedeckt, da es aber nicht windig ist, kann man es draußen ganz gut aushalten.
Vorgenommen hatten wir uns für heute eine Wanderung auf dem oberen Teil der Schlucht von Ásbyrgi von dort aus rüber zum „Grand Canyon“ Islands und wieder zurück (ca. 12 km). Wirklich eine schöne Wanderung, die mit einer kleinen Klettereinlage beginnt, um oben auf die Klippen zu gelangen. Erleichtert wird das ganze durch 2 Treppen und gespannte Seile. War sogar für mich ohne Probleme zu bewältigen ;-).

Eine Gruppe Gore-Tex-Jacken musste uns an genau an dieser Stelle auch mal wieder begegnen. Man läuft so  durch die Stille und plötzlich sieht man aus der Ferne eine Gruppe bunt gekleideter Menschen ankommen. Natürlich muss man sich in größter Lautstärke unterhalten und sich irgendwelchen Blödsinn erzählen, der niemanden interessiert! Ein Clown war natürlich auch dabei, der wohl schon mal vor2 Jahren hier war, und bestimmt 5mal erzählen musste, dass an dieser Stelle vor 2 Jahre noch keine Treppen waren. Der Depp war richtig enttäuscht, dass man jetzt so einfach nach oben kommen kann (es war übrigens eine deutsche Reisegruppe – ich hasse Reisegruppen! Warum können die nicht in den Alpen bleiben und dort plärrend durch die Gegend laufen?)
Nach kurzer Zeit waren wir dann wieder alleine und haben für den Rest des Tages auf dem Wanderweg vielleicht noch  5 andere Wanderer gesehen.

Von oben kann man dann das Hufeisen so richtig bestaunen. Seine Entstehung ist auch heute noch nicht 100%ig klar, man geht aber davon aus, dass an dieser Stelle 2 Wasserfälle dicht beiei75der lagen und sich im Laufe der Zeit angenähert haben, so dass diese eigentümliche Struktur entstanden ist. Viel schöner ist natürlich die Erklärung, dass es sich um einen Hufabdruck von Odins Pferd Sleipnir handelt.

Zwischenzeitlich besserte sich das Wetter immer mehr, die Wolkendecke riss auf, und wir konnten bei schönem Sonnenschein noch ein paar tolle Fotos schießen.

Vom Rande der Schlucht ging es dann rüber zum Canyon der Jökulsá. Diesen hatten wir gestern bereits gesehen, mit den Wasserfällen Dettifoss und Selfoss. Vom Aussichtspunkt auf der Wandertour waren keine Wasserfälle zu sehen, dass macht den Canyon aber nicht weniger eindrucksvoll. Man muss wohl schon in die USA zum Grand Canyon oder den Niagarafällen fahren, um ähnlich eindrucksvolles zu sehen. Überhaupt hat man Island eine Vielfalt an Landschaften, die wohl auf so kleinem Raum einmalig sein dürfte.

Die Wanderung war wirklich schön und eine tolle Abwechslung zum Pistenkilometerabschrubben.
Zum ende der Tour zog sich die Wolkendecke wieder zusammen, so dass es auch wieder kälter wurde. Schon interessant, wie schnell sich das Wetter hier ändern kann.

Morgen wird es dann auf der anderen Seite des Canyons zurück zur Ringstrasse gehen und weiter zum Myvatn. Weiteres ist nicht geplant!

Kilometerstand: 2220