Hispania 2009

Auffahrt auf den Turbón

Samstag 30.05.2009

Der Turbón ist mit 2492 Metern eher ein unscheinbarer Berg in den Pyrenäen, hier in der Gegend ist er aber der höchste Berg. Am Fuße des Turbón liegt auf ca. 2000 Metern das Rifugio del Turbón, dass über eine Passstraße, oder besser Piste erreicht werden kann.
Fast wie beim Sommeiller in den Westalpen windet sich eine Piste über mehrere enge Haarnadelkurven zum Rifugio hoch. Dieses Rifugio sollte unser Tagesziel werden.
Nach Alex seiner Kopfrasieraktion (mir wurde verboten darüber weitere Details zu veröffentlichen 😉 ), ging es gegen 12 Uhr los, Richtung Turbón. Leider sind wir auf der A-1605 nicht sehr weit gekommen, denn am Abzweig zu der Straße, die uns zum Turbón führen sollte, wurden wir erstmal durch ein Radrennen gestoppt. Zuerst dachten wir noch, so lange kann das nicht dauern und die werden bestimmt gleich die Straße wieder aufmachen. War aber leider nicht so 🙁 .
Es kamen immer wieder Gruppen von Rennradfahrern vorbeigerauscht und es nahm einfach kein Ende. Nach ca. 60 Minuten hatten wir keinen Bock mehr zu warten und haben uns in der Karte eine Alternativroute rausgesucht. Wenn man in Esdolomada, wo wir gestern waren, weiterfährt, gelangt man nach Merli. Von dort führt eine kleine Piste fast direkt vor den Turbón. Dieser „Umweg“ war eigentlich garnicht so schlecht, denn so haben wir noch eine weitere interessante Strecke kennengelernt.
Die Piste zweigt kurz vor Merli rechts ab und führt immer durch den Wald bis nach Egea. Nichts was schwierig zu fahren wäre, nur das übliche Gerumpel über kleinere und größere Steine 😉 .
Danach stand der Befahrung des Tourbón nichts mehr im Weg. Kurz vor der kleinen Ortschaft Serrate ist die Abzweigung zur Piste.
Wie die Landkarte bereits versprochen hatte, folgte eine Kehre nach der anderen, mit manchmal ziemlich grobem Schotter. Wir hatten bereits knapp 1700 Meter erreicht, als plötzlich ein dicker Felsklotz den Weg versperrte. Ein Klotz von der Sorte, für die man einen Bagger benötigt, um sie zu entfernen. An der Stelle hatte ich die Weiterfahrt schon aufgegeben, doch Alex wollte nicht so schnell den Rückzug antreten und schaute sich das Hindernis mal genauer an.
Hier hatten sich schon andere vor uns die Mühe gemacht, den Klotz an einer Seite so zu überbauen, dass vielleicht auch wir dort vorbeikommen könnte. Da ich heute als erster gefahren war, hatte ich somit auch die Ehre, es als erster auszuprobieren.
Um es kurz zu machen, wir haben es wirklich versucht, aber der Sorento hatte an der Stelle einfach zuwenig Bodenfreiheit, um dort durchzukommen. Also durfte Alex es als nächster mit dem Terracan versuchen. Dadurch dass er größere Reifen montiert hat, war die Umfahrung kein größeres Problem mehr. Man musste schon genauer hinschauen, aber es war nie eng gewesen.
Somit konnten wir zumindest mit einem Wagen bis zum Rifugio rauffahren. Ich weiss jetzt auf jeden Fall, dass ich unbedingt größere Reifen für den Sorento benötige 😉 .
Hätten wir es nicht geschafft, das wäre echt schade gewesen, denn dort oben war mal wieder eine Aussicht vom Feinsten. In der Ferne waren die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen zu sehen, um uns herum kleinere und größere Berge. Einfach toll!
Man konnte dort oben aber auch schon sehen, was uns für den Abend erwarten würde. Überall schossen bereits Gewitterwolken in den Himmel. Auch beim schreiben dieses Eintrags regnet es immer noch und vor ungefähr einer Stunde (22 Uhr) ist ein Gewitter übers Camp gezogen. Solange morgen wieder schönes Wetter ist, hab ich kein Problem damit, wenn es abends oder nachts mal regnet.