Island 2006

Anreise über Dänemark und Norwegen

05.08.2006 Samstag
Erster Tag – Anreise!
Was soll man da groß schreiben? 1200 km auf der Autobahn runtergeschrubbt, morgens um 05:30 Uhr abgefahren, abends um 19:30 Uhr in Hanstholm angekommen. Zwischendurch in Kirchheim mit Jens getroffen (8:00 Uhr). Unterwegs war leider unglaublich viel Verkehr, immer wieder Stillstand, dann nur im Schneckentempo vorwärts. Hat uns ca. 2 Stunden gekostet. Ab dem Nord-Ostsee-Kanal ging es dann ganz gut, ab Dänemark war dann endlich nicht mehr soviel los.
Leider zu spät hier angekommen um das erhoffte Bad in der Nordsee nehmen zu können ?.
Morgen geht es dann um 10:00 Uhr mit Masterferries nach Kristiansand, von dort aus weiter nach Bergen. Wahrscheinlich werden wir nicht direkt nach Bergen durchfahren, sondern uns für den Sonntag einen netten Campingplatz an der Südküste suchen und dann am Montag Richtung Bergen weiterfahren.

Kilometerzähler: 1200 km

06.08.2006 Sonntag
Endlich bin ich wieder in Norwegen, wenn auch dieses Jahr nur als Durchgangsstation. Aber besser 2 Tage als gar nichts!
Zum ersten Mal ging es von Hanstholm los. Die Masterferries brachte uns über eine glatt gebügelte Nordsee in 2 Stunden ans Ziel. War wirklich eine schnelle Fahrt. Wie das allerdings bei Seegang auf dem Cat ausschaut, will ich mir lieber nicht vorstellen. Im Sommer ist die Fähre schon alleine wegen des Preises zu empfehlen, im Winter/Herbst würde ich dann doch einen größeren Kahn bevorzugen.

Ganz ungewohnt werden wir von wunderschönem Sommerwetter begrüßt. Wo ist der gewohnte Regen, wenn ich in Norwegen/Schweden ankomme?
Geplant war heute nur ein Stück aus Kristiansand rauszufahren und uns dort einen schönen Campingplatz an der Küste zu suchen, idealerweise mit Strand. Leider hat sich meine negative Einstellung zu Südnorwegen mal wieder bestätigt! Es ließ sich einfach kein passender Campingplatz finden! Die meisten sind Dauercampern vorbehalten, die anderen liegen ungünstig. Die einzigen guten Plätze mit Strand, die ich kenne, sind in der Gegend von Stavanger zu finden. Soweit wollte ich aber heute nicht fahren.

Bis ein geeigneter Platz gefunden war, dauerte es bis gegen 17 Uhr ?. So hatte ich mir einen geruhsamen Tag in Norwegen eigentlich nicht vorgestellt. Angekommen sind wir jetzt auf einem kleineren Campingplatz in Egernsund, der wohl vielen Fährengästen als Durchgangsstation dient.
Als Abendessen gab es die obligatorischen Campingspaghetti, die werden uns in den kommenden Wochen sicherlich noch häufiger begegnen!

Lindenes Fyr lag am Wegesrand hierhin, so dass sich ein Abstecher angeboten hatte. Auf den Leuchtturm kommt man übrigens nur, nachdem man 5 Euro p/P gelöhnt hat. Das haben wir uns dann geschenkt! Leuchttürme kenne ich genug und bis jetzt durfte man sich die zumindest von außen kostenlos anschauen. Halt ein typisches Touri-Ziel in Südnorwegen, an dem man abgezockt werden soll. Begegnet einem in Südnorwegen leider häufiger!

Das Wetter hat sich inzwischen leider zum negativen verändert. Die Sonne hat sich hinter einer dichten Wolkendecke versteckt und der ersehnte Badeausflug fällt leider aus ?. Solange es nicht noch anfängt zu regnen (s.o.) werde ich aber nicht unzufrieden sein.

Morgen geht es dann nach Bergen, wo dann am Dienstag die Norröna auf uns warten wird.

Kilometerstand: 1484

07.08.2006 Montag
Gut angekommen in Bergen!
Von Egernsund nach Bergen ist es nicht mehr soviel zu fahren (ca. 280 km). Außerdem ist die E39 ab Egernsund besser ausgebaut, so dass wir heute früh gut vorwärtsgekommen sind. Los ging es gemütlich nach dem Frühstück gegen 10:30 Uhr.

Hinter Stavanger gelangt man auf die so genannte Rennfast-Verbindung. Zwei Tunnels, tief unter dem Fjord (233 und 133 u.d.M.) und eine Fähre verkürzen die Strecke nach Bergen bestimmt um einige 100 km und mehrere Stunden fahrt.
Kurz vor Bergen darf man dann noch ein zweites mal Fähre fahren, diesesmal sogar fast 1 Stunde.

Die Fahrt dauert natürlich trotzdem wie gewohnt länger, als man das aus Deutschland gewohnt ist. Aber das ist nichts Neues für einen norwegenerfahrenen Gast.
Landschaftlich eine schöne Strecke, bei der man oft einen Blick auf den Ozean werfen darf. Die E39 ist hier wirklich gut ausgebaut. Wenn ich allerdings nicht Norwegen „nur“ für die Durchreise nutzen würde, dann würde ich einen anderen Weg nach Bergen nehmen. In Wirklichkeit würde ich vermutlich gar keinen Weg nach Bergen nehmen, sondern gleich wieder in meine Lieblingsregion Moere og Romsdalen fahren!

Ankunft auf dem Campingplatz vor Bergen ist dann ca. 17:00 Uhr. Der Platz liegt direkt an der Strasse 580. Günstig z.b. für einen Ausflug nach Bergen. Das haben hier bestimmt auch die meisten vor. Auf die Fähre nach Island wird sich wohl außer uns keiner trauen, aber vielleicht täusche ich mich da auch!

Morgen geht es dann endlich auf die Fähre, die wir bereits in Hanstholm im Hafen bestaunen durften. Ich fand sie dort nicht sooo groß, obwohl der Hafen in Hanstholm bestimmt nicht zu den größeren gehört. Da es erst um 15:00 Uhr losgeht, werden wir bestimmt noch etwas zeit haben, uns Bergen anzuschauen. Dann kann ich auch sagen „ich war in Bergen“.

Weiter dann am Donnerstag, wenn wir auf Island angekommen sind.

Tageskilometerstand: 1755

08.08.2006 & 09.08.2006 Dienstag & Mittwoch
Überfahrt mit der Norröna.
Was soll man da groß zu schreiben? Es war wie immer auf Schiffen für mich etwas langweilig, weil man außer essen gehen und schlafen nicht viel machen kann. Leider war die erste Nacht an Bord dann auch alles andere als angenehm. Die Couchettes sind teilweise wirklich das allerletzte. Beim nächsten Mal wird eine Kabine gebucht! Leider hab ich auch noch Pech und bekomme eine von den obersten zugeteilt und die sind nun wirklich eine Zumutung! Man hat vielleicht eine Höhe von 30 – 35 cm. Wer sich das ausgedacht hat, gehört eigentlich zur Strafe dazu verdonnert den Rest seines Lebens in so einer Sardinenbüchse zu übernachten!
So kann ich dann auch nicht sofort einschlafen und stehe dann um 01:00 Uhr wieder auf, weil das einfach keinen Zweck hatte. Es war mir einfach zu eng!
So bekomme ich aber wenigsten das Anlegemanöver in Lerwick mit. Auch interessant!
Zurück in der Sardinenbüchse bricht gegen 3:30 Uhr draußen der schönste Sturm los. Wellengang bis zum Abwinken und die Norröna hat wirklich zu kämpfen! Aber dafür ist sie gebaut! Da braucht man wirklich keine Angst zu haben, es ist das z.Z. sicherste Fährschiff auf der Nordsee oder dem Atlantik!
Natürlich werden nach und nach immer mehr Gäste seekrank und können das vor ein paar Stunden gegessene Mahl nicht mehr bei sich behalten. Wenn man anderen so beim Kotzen zuhören darf, dann wird es einem selber auch irgendwie ganz übel. Wenn man dann auch noch in einer Sardinenbüchse liegt, und einen jeden Schlag, den das Schiff trifft unvorbereitet erwischt, dann ist das doppelt so schlimm.

Gegen 6:00 Uhr wird mir das dann zu blöd da unten als Presswurst zu liegen und mir das Gekotze der anderen anhören zu müssen. Ich verlasse den Ort des Schreckens und begebe mich nach oben. An der Rezeption noch schnell ein paar Tabletten gegen Seasickness geholt (hochdosiertes Koffein – macht tierisch Müde, aber hilft) und dann den Sturm auf dem Oberdeck angeschaut. Mit Schlafsack ging das sogar ganz gut, so dass ich noch ein bisschen vor mich hindösen konnte.

Ab den Färöer-Inseln war dann der Seegang erträglich, so dass der zweite Tag ganz angenehm war. Ich war nur irgendwann so müde, dass ich zu keiner normalen Handlung mehr fähig war. Wollte nur noch schlafen – bis 22:30 Uhr hab ich dann aber doch, teilweise auf dem Oberdeck
durchgehalten und bin dann aber sofort in meiner Sardinenbüchse eingepennt. Mensch kann man toll pennen in so einer Büchse, wenn man vorher fast 30h wach war .