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#5 – Wanderung zum Mirador Carcavas de Marchal

·507 Wörter·3 min

Achtung für alle, die es nicht für möglich halten: Wir haben uns heute tatsächlich zu Fuß fortbewegt. Zugegeben, das kommt häufiger vor, als es die Reiseberichte vermuten lassen. Allein mit Hund stehen ohnehin zwei bis drei Spaziergänge pro Tag auf dem Programm. Früher waren drei Pflicht, inzwischen ist Juno allerdings 13 Jahre alt und völlig zufrieden damit, wenn wir sie einfach in Ruhe ihr nächstes Nickerchen planen lassen.

Heute war allerdings nichts mit Ausschlafen oder Schläfchen halten. Unser Ziel war der Mirador Cárcavas de Marchal – und da musste auch der alte Hund mit.

Offensichtlich waren wir nicht die Einzigen mit dieser Idee. Während wir noch gemütlich beim Frühstück saßen, füllte sich der Stellplatz zunehmend mit Autos. Aus jedem stiegen mindestens zwei spanische Rentner, bestens ausgerüstet mit Rucksack, Wanderstöcken und guter Laune. Wie in Spanien üblich wurde zunächst ausführlich und in angemessener Lautstärke begrüßt. Wer sich daran stört, dass Unterhaltungen hier manchmal auf eine Entfernung von mehreren hundert Metern nachvollziehbar sind, sollte sich vielleicht ein anderes Reiseland aussuchen.

Irgendwann wurde dann vom Feldwebel – wir haben ihn zumindest so getauft – zum Aufbruch geblasen. Sofort setzte sich die gesamte Wandertruppe in Bewegung und verschwand Richtung Plateau. Wir sollten ihnen später noch einmal begegnen.

Da wir keinen Zeitdruck hatten, beendeten wir erstmal in Ruhe unser Frühstück. Danach wurden die Wanderschuhe geschnürt und es ging ebenfalls bergauf.

Ein wenig Sorgen hatten wir uns vorher um Juno gemacht. Wärme war noch nie ihre große Leidenschaft, was bei einem Border-Collie-Fellmantel auch nicht weiter überrascht. Dazu kommen die inzwischen 13 Jahre auf dem Buckel. Wasser hatten wir vorsichtshalber reichlich eingepackt. Unsere Bedenken erwiesen sich allerdings als unbegründet. Juno marschierte erstaunlich motiviert den Berg hinauf. Offenbar tut die andalusische Frühlingswärme alten Knochen besser als gedacht.

Am Mirador angekommen wurden wir mit einem großartigen Ausblick belohnt. Vor uns lagen die zerfurchten Canyonlandschaften rund um Marchal, dahinter ragten die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada in den Himmel. Eine Kombination, die man auch nicht alle Tage zu sehen bekommt.

Danach mussten wir den ganzen Weg natürlich wieder zurück. Zum Glück überwiegend bergab – was sowohl Hund als auch Menschen deutlich entgegenkam. Zum Abschluss der Wanderung durfte Juno gemeinsam mit mir noch durch einen kleinen Bach waten. Sie hatte sichtbar Spaß daran.

Meine Schuhe waren anschließend nur geringfügig feuchter als geplant.

Der Rest des Tages ist schnell erzählt. Nach dem obligatorischen Einkauf in Granada steuerten wir einen Campingplatz in der Nähe an. Mindestens 50 Prozent der Reisegruppe hatten nämlich für den nächsten Tag einen Besuch in Granada auf dem Programm stehen. Mehr dazu dann im nächsten Bericht. So viel sei aber schon verraten: Granada hatte durchaus noch die eine oder andere Überraschung für uns parat.

Unser Ziel für die Nacht lag südlich von Granada am Rand der Kleinstadt Dúrcal. Dort befindet sich das Granada Basecamp – ein sehr moderner Platz, entweder noch recht neu oder erst kürzlich umfassend renoviert. Betrieben wird er von einem ausgesprochen netten und mehrsprachigen Besitzer. Dazu gibt es ein gutes Restaurant mit Blick auf den Sonnenuntergang.

Manchmal darf es auch einfach unkompliziert sein.