Der 13.04. ist schnell erzählt. Das Wetter zeigt sich weiterhin eher von seiner norddeutschen Seite: kühl, grau und immer wieder Regen. Der Plan steht deshalb schnell fest – Kurs Andalusien. Dort verspricht der Wetterbericht endlich freundlichere Temperaturen und etwas mehr Sonne. Also steht leider noch einmal ein längerer Fahrtag auf dem Programm. Am Ende des Tages landen wir kurz hinter Murcia am Embalse de la Rambla de Algeciras, wo wir einen wirklich netten Platz für die Nacht finden.
Auf der Anfahrt zum Stausee werden wir auf einer extrem schmalen und kurvigen Straße allerdings ausgebremst – von einem Schwertransport inklusive Autokran. Schon dahinterherzufahren war spannend genug. Im weiteren Verlauf der Strecke frage ich mich dann mehrfach, wie dieses rollende Monster überhaupt hier entlanggekommen ist. Die Straße wirkte stellenweise eher wie „für Fahrzeuge bis maximal Einkaufswagen geeignet“. Respekt – und vermutlich Nerven aus Stahl beim Fahrer.

Dienstag 14.04
Um den Sonnenaufgang über dem Stausee fotografieren zu können, klingelt der Wecker ziemlich früh. Der Sonnenaufgang selbst liefert dann leider nicht ganz das Hollywood-Spektakel, das wir uns insgeheim erhofft hatten – eher Kategorie „solide Nebenrolle“. Hübsch anzusehen war es aber trotzdem.

Dafür liefert das Frühstück deutlich besser ab: perfektes Licht, ein sonniges Plätzchen und dazu eine Aussicht, bei der man direkt etwas länger sitzen bleibt als ursprünglich geplant.

Tagesziel: Wir wollen an den Rand der Gorafe. Über die Autobahn wäre das schnell erledigt gewesen – aber wir sind schließlich nicht auf der Flucht. Und nachdem das Wetter endlich beschlossen hatte, mitzuarbeiten, wäre es fast schon Verschwendung gewesen, einfach nur Kilometer abzuspulen.
Direkt neben dem Stausee liegt die Sierra Espuña. Dort verlaufen mehrere legale Pisten durch die Berge, und natürlich dauert es nicht lange, bis wir eine passende Route gefunden haben. Sie führt mitten hinein in die Bergwelt der Sierra – eine richtig schöne erste Pistenfahrt für diesen Urlaub.
Leider entwickelt sich die Strecke im weiteren Verlauf von „entspannt fahrbar“ langsam in Richtung „Steinbruch mit Wegcharakter“. Im Sprinter macht das ungefähr so viel Spaß wie Waschmaschine im Schleudergang, und selbst unsere Freunde im Landcruiser äußern leichte Zweifel an der Streckenwahl. Fahrtechnisch ist das nicht anspruchsvoll – man rumpelt einfach nur möglichst würdevoll über Geröll.

In der Nähe von Baza suchen wir uns einen Campingplatz aus: Camping Rural La Cabañuela, direkt am Embalse de Negratín. Die Umgebung versprüht auf Anhieb eine gewisse “hier war früher mal mehr los”-Atmosphäre. Und ehrlich gesagt wirkt auch der Campingplatz beim ersten Blick eher wie ein Lost Place. Überraschenderweise läuft aber alles ganz normal: geöffnet, gepflegt und völlig in Ordnung. Kann man problemlos ansteuern.
Offenbar gab es hier einmal deutlich größere Pläne. Am Strand steht noch ein ehemaliges Restaurant, das seine besten Zeiten eindeutig hinter sich hat. Auch Tretboote konnten hier früher ausgeliehen werden – heute erzählen die verbliebenen Reste eher Geschichten aus besseren Tagen.

Als Abschluss durfte natürlich noch das obligatorische Urlaubsfoto nicht fehlen – stilecht im ausrangierten Tretboot an Land, inklusive Hund als leicht irritiertem Kapitän der Expedition.

