Die Gorafe Wüste, eine durch Erossion entstandene Landschaft, in der Nähe von Baza, ist uns in guter Erinnerung geblieben. Hier waren wir bereits 2021 mit dem Sprinter gewesen. Auf unserer ersten Tour mit dem Sprinter, kurz nachdem wir den Ausbau fertig gestellt hatten. Das war vor fast 5 Jahren. Viel ist seitdem passiert, der Sprinter hat uns an viele nette Orte gebracht und auch das eine oder andere Mal beweisen dürfen, dass man mit einem 4x4 Sprinter weiter kommt, als viele denke.
Aber ich will nicht zu weit Abschweifen, zurück zur Gorafe.
Bevor wir am 15.04. das kleine Abenteuer starten konnten, mussten erstmal in Baza im Supermarkt die Vorräte aufgefüllt werden. Danach weiter zur Gorafe. Wir hatten uns noch einen kleinen “Umweg” ausgesucht, der durch einen kleinen Canyon führt. Beim Dorf Baúl wirkt es so, als hätte jemand die aufgerissen wie ein Serviette. Senkrecht gehen die Wänder runter in die Schlucht. Darüber führt eine alte Eisenbahnbrücke, die Puente de El Baúl. Die Eisenbahnlinie existiert offensichtlich schon länger nicht mehr und wurde in einen Fahrradweg umfunktioniert.

Nachdem wir ein paar Kilometer dem Canyon oben gefolgt sind, bietet sich bei Cuevas Balcones de Piedad eine Gelegenheit in den Caynon runter zu fahren. Auf der anderen Seite geht es direkt wieder hoch, etwas eng, aber auch mit dem Sprinter einfach zu fahren.

Komplizierter wurde es kurz danach, als die Piste nochmal in kleines Flussbett führte. Der Weg raus, war dann nicht unbedingt schmal, aber sehr ausgewaschen. Das erste Hinderniss konnte ich mit dem Sprinter noch mit angepasster Linienwahl gut befahren, das zweite dann leider nicht mehr. Hier war die Auswaschung so tief, das sich keine Vernünftige Linie finden ließ.
Was hatte ich am Anfang geschrieben? Man kommt mit dem 4x4 Sprinter weiter als viele denken, was absolut stimmt. Allerdings geht es manchmal auch überraschend schnell einfach nicht mehr weiter. Das ist immer dann der Fall, wenn das offene Allradsystem, welches sich weder in der Mitte, noch vorne oder hinten sperren lässt, an seine Grenzen kommt. Ein Rad in der Luft bekommt das ASR noch einigermaßen abgefangen, zwei Räder die keinen oder keinen richtigen Kontakt mehr haben, leider nicht mehr so gut. Wie so üblich, sieht es auf den Fotos völlig unspektakulär aus, wäre es letztendlich auch gewesen, wenn ich immer noch mit meinem Patrol unterwegs wäre.
Da wir hier zu zweit unterwegs waren, habe ich mich relativ schnell dazu entschieden, dass uns der Landcruiser einfach über die schwierige Stelle rüberziehen soll. Wären wir hier alleine gewesen, hätten wir die Situation mit Hilfe unserer Bergeboards und etwas Track Building auch hinbekommen, aber wir waren nicht alleine. Warum also nicht den einfachen Weg wählen, der gleichzeitig auch noch materialschonender war.

Nach dem kleinen Abenteuer brauchten wir alle erstmal ein Pause, bevor es weiter in die Gorafe ging.
Letztere präsentierte sich überraschend grün. Wir waren 2021 im Oktober dort gewesen und da war alles schon verdorrt, was im Frühjahr so fröhlich vor sich hinwächst. So präsentierte sich aber die Landschaft für uns mit vielen bunten Blümchen und grünen Hügeln. Überhaupt war der Anblick wieder mal spektakulär. Da die Piste hier keine großen Schwierigkeiten bereithält, konnten wir die Landschaft auch genießen. Der eine oder andere Fotostop musste natürlich auch sein.

In der Nähe des Mirador de los Colorados bezogen wir unser Nachtquartier. Ein sehr ruhiger Übernachtungsplatz, hier hörst du einfach mal nichts, keine Vögel, keine Insekten, einfach Stille. Vergleichbares kenne ich sonst nur noch aus der marokkanischen Wüste. Es versteht sich von selbst, dass wir so einen Stellplatz am nächsten Tag so verlassen, wie wir ihn vorgefunden haben - also so, als wären wir nie hier gewesen.

Davor stand aber noch eine ruhige Nacht. Am nächsten Tag wollten wir dann den Rundkurs durch die Gorafe vollenden.

