Der 20.04. ist schnell erzählt. Wir sind relativ direkt runter an die Küste gefahren, waren noch kurz einkaufen und die Vorräte auffüllen und sind dann bei Málaga auf den Campingplatz La Bella Vista gefahren.
Das hatte mehrere Gründe. Erstens hatten wir alle Lust die Küste zu sehen und zumindest ein Teil von uns wollte auch mal ins Mittelmeer hüpfen. Zweitens mussten uns die Mohrs (Landcruiserbesatzung) leider für ein paar Tage verlassen. Zuhause hatte sich ein familiärer Trauerfall ergeben, der ihre Anwesenheit erforderlich gemacht hat. Von Málaga fliegen täglich mehrere Flieger nach Deutschland. Auch dafür lag der Campingplatz einfach perfekt.

Der Plan war, dass wir uns mit den beiden ein paar Tage später wieder treffen wollten. Um es vorwegzunehmen, das hat zum Glück auch alles funktioniert.
Wir waren jetzt ein paar Tage auf uns alleine gestellt, was grundsätzlich für uns kein Problem darstellt. Als nächstes Ziel hatten wir uns Gibraltar ausgesucht. Auch hier waren wir in der Vergangenheit schon mehrfach vorbeigefahren, ohne uns den Felsen anzuschauen.
Somit ging es am 21.04. erstmal nach La Linea de la Concepción. Hier wollten wir auf dem Stellplatz im Hafen den Sprinter abstellen und dann zu Fuß rüber nach England laufen.

La Linea de la Concepción hat übrigens eine interessante Geschichte. Die Stadt war ursprünglich eine Festungsanlage gegen die britische Besatzung von Gibraltar und ist heute auch bekannt durch eine Doku auf netflix, in der es vor allem um die Drogenkriminalität geht, verursacht unter anderem durch die Nähe zu Marokko.
Im Yachthafen merkt man davon allerdings wenig, auch wenn die Umgebung nicht unbedingt hübsch ist. Wenn aktuelle Berichte stimmen, die Doku ist aus 2020, dann besteht die Stadt nicht nur aus Kriminalität und Gewalt. Ein Katz-und-Maus-Spiel wird es wohl immer bleiben.
Aber zurück nach Gibraltar. Zuerst muss einmal die EU-Außengrenze überquert werden. Schönen Dank an die vielen Deppen, die für den Brexit gestimmt haben. Also Reisepass nicht vergessen!
Zum Glück braucht man für Gibraltar kein Visum, das wäre vermutlich auch das Ende dieser Stadt, denn der Tourismus ist schon ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Eine weitere Besonderheit bietet Gibraltar inzwischen aber nur noch Fußgängern. Die Überquerung der Landebahn des Flughafens. Früher mussten hier auch alle PKW und LKW rüberfahren, inzwischen werden diese über einen Tunnel unter dem Flughafen geleitet.
Als Fußgänger hast du somit dieses einmalige Erlebnis ohne störende Autos. In Ruhe stehenbleiben und fotografieren ist aber trotzdem nicht, denn jederzeit könnte ein Flieger kommen und das Wachpersonal sieht es auch nicht gerne, wenn getrödelt wird.
Wir waren sogar pünktlich zu einer Landung vor Ort gewesen. Ein echtes Spektakel.

Weiter ging es durch die alte Stadtmauer in die Innenstadt rein. Teilweise sehr touristisch (wenig überraschend), aber wie so oft lohnt es sich auch hier einfach in Seitengassen reinzulaufen. Schon ist der größte Trubel weg und man kann sich an Details, wie den typischen roten Briefkästen oder auch den letzten Telefonzellen, ohne Inhalt, erfreuen. Bei der Telefonzelle musste ich auch sofort an Doctor Who denken. Keine Ahnung, warum. Ich kann euch aber versichern, dass die Zelle innen genauso eng war, wie es von außen aussah. War also nicht die Tardis.

Leider sind wir dann bei unserem Rundgang zu Fuß nicht so weit gekommen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Mit Hund und zu Fuß kommst du einfach nicht so weit. Für einen zukünftigen Besuch würden wir wohl den Bus nutzen, um ans andere Ende zu gelangen oder uns vorher Fahrräder leihen. Dass wir hierher wiederkommen, steht aber praktisch fest.
Ein Besuch in England darf allerdings nicht enden, bevor es nicht für jeden eine Portion Fish ’n Chips gab. Wir fanden dann auch relativ schnell ein passendes Lokal, in dem wir zwei sehr große und leckere Portionen serviert bekamen.

Zurück am Sprinter mussten wir erstmal die Füße auslüften und konnten die Abendstimmung im Hafen genießen. Nachdem es den ganzen Tag über bewölkt und relativ kühl war, wurde es abends plötzlich richtig schön, so dass wir auch ein paar nette Fotos vom Hafen und vom Felsen machen konnten.

Nachdem die Sonne untergegangen war, musste ich allerdings noch einmal diesen auffälligen Katamaran fotografieren. Anscheinend steht die Lyfe at sea zum Zeitpunkt der Fotos zum Verkauf. Mir fehlt jetzt das passende Kleingeld, aber wenn sich jemand dafür interessiert - knapp 7 Millionen Dollar soll das Schmuckstück kosten.

