Besuch im Falun Bergwerk

Der Urlaub näherte sich dem Ende, aber eine Attraktion wollten wir unbedingt noch besuchen, dass ehemalige Bergwerk in Falun (schwedisch Falu gruva). In dem Bergwerk wurde über 1000 Jahre v.a. Kupfer abgebaut. Zu seiner Blütezeit war Falun für zwei Drittel des weltweiten Kupferabbaus zuständig. Die Stadt somit verantwortlich für den schwedischen Reichtum im 16. und 17. Jahrhundert.

Bekannt ist Falun auch für das berühmte Falun rot, welches heute noch direkt neben dem ehemaligen Bergwerk in den Rödfärgsverket hergestellt wird. Jeder der gerne in Schweden ist, wird auch die charakteristischen roten Holzhäuser lieben. Der Ursprung dieser Farbe liegt in Falun. Die Farbpigmente werden heute noch aus dem Abraum des Kupferbergwerks gewonnen.

Bevor wir am 10. Juli das Bergwerk besuchen konnten, mussten wir aber erst noch die Strecke von unserem Campingplatz an der Höga Kusten bis nach Falun hinter uns bringen. Normal könnte man das bequem an einem Tag, allerdings nicht, wenn man so gemütlich unterwegs ist, wie wir das während unseres Schwedenurlaubs praktiziert hatten. So sind wir am 09. auch nur bis kurz vor Falun gekommen. Dort hatten wir allerdings einen sehr schönen See als Übernachtungsplatz. Wie schon fast gewohnt, hatten wir auch diesen wieder für uns alleine.

Highlight war sicherlich das Plumpsklo welches unsere vierbeinige Begleiterin versteckt im Wald zufällig fand. Sehr sauber, nicht stinkend, mit Liebe zum Detail von irgendwem erbaut. Danke dafür!

Zum perfekten Übernachtungsplatz dann spät Abends noch ein perfekter Sonnenuntergang. Was will man mehr?

Am nächsten Tag dann wie bereits angekündigt weiter nach Falun. Das Bergwerk ist heute ein Freilichtmuseum. Es sind noch einige der Bergwerksgebäude zu besichtigen und man kann einen Blick in das riesige Loch neben dem Verwaltungsgebäude werfen.
Zuerst hatte ich gedacht, dass dieses Loch das Ergebnis von ehemaligem Tagebau sei. Dem ist aber nicht so, denn das Loch ist durch einen Einsturz eines Teils der Stollen entstanden. Mittsommer 1657 stürzte ein großer Teil des Bergwerks ein, zurück blieb das riesige Loch, welches man auch gut auf Google Maps sehen kann.

Da in Schweden zu Mittsommer traditionell gefeiert wird, hielt sich zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise niemand in dem Bergwerk auf, so dass es keine Todesopfer zu beklagen gab.

Sicherlich das Highlight des Museums ist ein Besuch in den ehemaligen Stollen des Bergwerks. Es werden Führungen angeboten, auch auf englisch.

Ich hätte euch gerne einige Fotos aus dem Inneren gezeigt, allerdings hätte ich dafür während der Führung mein Stativ dabei haben müssen. Mit Langzeitbelichtung und einer starken LED-Taschenlampe hätten sich bestimmt eindrucksvolle Fotos machen lassen. Das kann man natürlich während einer Führung knicken, was schade ist, denn teilweise fühlte ich mich wie bei einem Besuch von Moria, der Zwergenmine im Herrn der Ringe. Deswegen hier nur ein Foto aus Wikipedia, an dem man aber schön sehen kann, wie groß die Hallen teilweise sind.

Falu gruva - KMB - 16000300019862.jpg
By Bengt A Lundberg / Riksantikvarieämbetet, CC BY 2.5, Link

Der Besuch lohnt sich wirklich, kann ich nur jedem weiterempfehlen, wenn man sich etwas für Technik und Geschichte interessiert.

Mit dem Ende des Besuchs im Bergwerk war dann auch dieser Urlaub fast zu Ende. Aber nur fast, denn ein Teil kommt noch, mit zwei schönen Übernachtungsplätzen. Einer davon zwar nicht mehr einsam, aber trotzdem empfehlenswert. Mehr dazu dann im nächsten und letzten Teil unserer Schwedentour.