Draa Tal

Nachdem wir vorgestern erfolgreich durch den Sandsturm gefahren waren, sollte der folgende Tag etwas geruhsamer sein. Erst gegen Mittag sind wir von Foum Zguid weiter Richtung Tata gefahren.

So hatte ich am Vormittag genügend Zeit, mich mit der störrischen Fahrertür am Patrol zu beschäftigen. Die wollte sich gestern nicht mehr öffnen lassen. Auch mit der Zentralverriegelung keine Chance, die Mechanik in der Türe hing fest. Nachdem ich mir zusammen mit Jörn die Funktionsweise an der Beifahrertüre angeschaut hatte, war die Fahrertür mit Hilfe eines Draht schnell geöffnet. Den mechanische Teil der Verriegelung deaktivierten wir, so dass es damit keine Probleme mehr geben sollte. Öffnen und verschließen lässt sich die Türe weiterhin über die Zentralverriegelung.

Den Rest des Tages überspringe ich mal, da nicht mehr viel passiert ist. Über Tata sind wir weiter bis nach Icht gefahren, um noch mal auf einem Campingplatz übernachten zu können.

Weiter zum 12.03.:
Es gibt Besuch, die Carta-Rallye macht Station in Icht. Die erste Etappe führt von Guelmin nach Icht, zufälligerweise auf einem Teilstück der Strecke, die wir Richtung Tan-Tan fahren wollen. Als wir kurz vor 10 Uhr aufbrechen wollen, kommen bereits die ersten Servicefahrzeuge an. Somit sollten wir unterwegs auch einige Rallyefahrzeuge zu sehen bekommen.

Erstmal weiter Richtung Assa und von dort über Pisten bis nach Tan-Tan. Wir nehmen wieder dieselbe Route wie schon im Jahr 2015. Landschaftlich hatte mir damals die Route sehr gut gefallen und wenn nicht gerade eine Rallye unterwegs ist, dann ist man dort auch weitgehend alleine unterwegs. Sehr auffällig ist dieses Jahr, wie grün es an vielen Stellen ist. Es muss also auch hier in den letzten Wochen mal geregnet haben.

Die Mittagspause liegt gerade hinter uns, da sehen wir die ersten Staubfahnen am Horizont. Das können nur die Rallye-Teilnehmer sein. Allerdings fahren die auf der anderen Seite des Tals. Zum Glück finden wir kurze Zeit später eine neu geschobene Piste, die direkt auf die andere Talseite führt.

Die nächste Stunde werden wir zu Zuschauern, mitten im Nirgendwo. Das führt auch gleich beim ersten vorbeifahrenden Wagen zu Verwirrung, da er uns für eine Zeitkontrolle hält. Ein paar Fahrzeuge später könnten wir Benzin verkaufen, Tank leer gefahren. Er hat es noch genau bis zu uns geschafft, genau an der Kreuzung dann plopp – Motor aus. Konnte auch nicht mehr gestartet werden. Wenn es nicht fast 30km Piste bis Assa gewesen wäre, hätte ich ihm angeboten, ihn zur nächsten Tankstelle zu schleppen. Allerdings benötigen 30km Piste mit Fahrzeug im Schlepp locker zwei Stunden und nochmal eine um wieder zurück zu kommen. Da hier keine echte Notlage bestand, denn irgendwann wird ihn der Besenwagen abholen, haben wir seine Nachfrage mit dem Verweis, dass wir in die Gegenrichtung unterwegs sind abgelehnt.

Dann mal weiter Richtung Tan-Tan, denn wer weiß, was sonst noch alles passiert, wenn wir noch länger dort bleiben. Eine Stunde vor Sonnenuntergang sehen wir rechts voraus eine größere Düne. Diese liegt über der nördlichen Hügelkette und wird von der inzwischen etwas tiefer stehenden Sonne sehr schön beleuchtet.

Da kommt natürlich gleich die Idee auf, dort zu übernachten. Bei der nächsten Gelegenheit fahren wir auf die andere Talseite rüber und finden einige Kilometer in die Gegenrichtung ein kleines Seitental, welches direkt auf die Düne zuführt.

Am Eingang des Seitentals liegt eine verlassene Siedlung, von der nur noch die Grundmauern zu sehen sind. Wie lange diese Steine hier schon rumliegen?

Die Aussicht auf die Düne, oder besser die Dünen ist grandios. Da sollte sich doch morgen früh das eine oder andere schöne Foto machen lassen. Einen etwas windgeschützten Platz haben wir auch gefunden, denn leider geht schon wieder ein kalter Wind, der die gefühlte Temperatur ziemlich nach unten drückt. Nachdem es tagsüber angenehm warm war, wird es jetzt wieder direkt empfindlich kühl. Eigentlich sollte es im März schon wärmer sein, aber irgendwie spinnt das Wetter dieses Jahr, nicht nur in Marokko.

Morgen wollen wir dann bis zum Cap Draa weiter fahren und irgendwo in der Nähe des Atlantiks übernachten.

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