Auf dem Weg ins Erg Chegaga

Es ist der 08.03., ein Donnerstag und wir sind bereit in die Einsamkeit zu fahren. Für die nächsten Tage soll es in das Gebiet des Erg Chegaga und des Lac Iriki gehen. Genau hatten wir nicht festgelegt, wie lange wir dort bleiben wollen. Vier Tage hatte ich mir zumindest vorgestellt.

Von Mhamid aus folgen wir der Strecke, die wir bereits 2016 gefahren sind. Also runter ins Oued Draa und dann erst mal ein Stück im und neben dem Flußbett Richtung Westen. Das Schöne: hier begegnen dir maximal ein paar Einheimische Guides oder die örtlichen Kamelzüchter. Fast alle Touristen fahren weiter nördlich auf der bekannten Piste.

Die Navigation ist wie jedesmal, du hast einen oder mehrere Tracks dabei, die du selber schon gefahren bist. In 15 Monaten hat sich die Landschaft aber so verändert, dass der alte Track nur noch dabei hilft, ungefähr die Richtung zu halten. So verliere ich dieses Mal das Flußbett nach kurzer Zeit aus dem Blickfeld und muss den Weg durch kleinere Dünenfelder suchen. Auch diese kleinen Dünen machen allerdings bereits viel Spaß.

Erstes Zwischenziel ist das Erg Zeher. Ein kleineres Dünenfeld mit einer imposanten Hauptdüne. Es lohnt sich dort vorbei zu fahren. Mit mehr Zeit finden sich dort schöne Übernachtungsplätze. Wenn nicht gerade eine Touristengruppe mit ihren Guides ein Zeltlager aufgeschlagen hat, ist hier niemand.

Heute sind wir nicht alleine. Auf einer Düne steht ein Marokkaner und winkt uns zu.  Er freut sich richtig uns zu sehen und quatscht mal drauflos. Eine Mischung aus französisch und arabisch. Etwas schwierig zu verstehen, auch für unsere Dolmetscherin Marlis.

Trotzdem funktioniert die Verständigung irgendwie immer, wenn auch meistens mit Händen und Füßen. Als wir schon weiter fahren wollen, werden wir noch zum Tee eingeladen. Etwas das nicht wirklich abgelehnt werden sollte, schon gar nicht hier draußen. Zudem sind es immer lustige Begegnungen. Zwei Kulturen begegnen sich und die Verständigung funktioniert einfach so. Ohne Politik ist die Welt einfacher!

Zum Abschluss gibt es von uns natürlich ein paar Geschenke. Das gehört sich einfach so, wenn man eingeladen wird. Gebrauchte Turn- oder Arbeitsschuhe werden immer dankbar genommen.

Nach diesem Abstecher mit Teetrinken geht es wieder zurück ins Oued Draa gehen, um zum nächsten Dünenfeld zu gelangen, dem Mini-Erg. Das heißt natürlich nicht wirklich so, aber nachdem ich nirgendwo einen Namen finden konnte, war das für mich der erstbeste Name um mir dieses Ziel zu merken.

Im Mini-Erg angekommen ist es bereits kurz vor 17 Uhr. Sonnenuntergang ist zwar erst in 90 Minuten, aber wir sind nicht auf der Flucht. So können wir hier noch den Sonnenuntergang genießen, Feuerholz suchen, das Abendessen vorbereiten, oder einfach nur faulenzen.

Im nächsten Teil des Reiseberichts dann Übernachtung im Erg Chegaga? Ihr werdet es erfahren!