Frasher Nationalpark

Nachdem wir am 20. relativ faul waren und uns am frühen Nachmittag bereits unseren Übernachtungsplatz im Osumi-Canyon bezogen, wollten wir am 21. die Runde im Frasher Nationalpark machen.

Namensgeber ist der Ort Frasher, der auf über 1000 Metern in einem Talkessel liegt. Bekannt sind auch die Gebrüder Frahser, die aus dem Ort stammen und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine herausragende Rolle in der albanischen Nationalbewegung spielten.

Gebrüder Frasher

Gebrüder Frasher

Erreichbar ist der Ort von Permet aus über eine gut gepflegte Waldpiste und über einen eher schlecht unterhaltene schmale Piste von Osten aus. Werden beide Pisten kombiniert, dann kann man eine schöne Rundtour durch die Berge machen.

Zum ersten Mal, seitdem wir nach Albanien sind, zeigte sich das Wetter von seiner wechselhaften Seite. Es zogen immer wieder Regenschauer durch, gleichzeitig war es vergleichsweise kühl und windig. Aber gerade dieses Wetter bescherte uns tolle Ausblicke in die Bergwelt mit schönem Licht-Schatten-Spiel.

Da wir von Westen aus dem Osumi-Canyon kamen, sind wir erst die Waldpiste bis Frasher rauf gefahren. Diese Strecke ist wirklich gut befahrbar, sollte sich auch mit einem PKW ohne Probleme bewältigen lassen. In Frasher angekommen, regnete es leider mal wieder sehr heftig, was uns davon abgehalten hat, uns etwas umzuschauen. Wir sind relativ schnell auf die östliche Piste Richtung Permet abgebogen.

Geburtshaus der Gebrüder Frasher

Diese Piste hat es dann auch wirklich in sich. Am Anfang noch harmlos, nicht mehr so gut gepflegt wie die westliche Piste, geht es später über längere Strecken nur noch am Hang entlang. Rechts geht’s hoch, links in den Abgrund, dazwischen eine Piste, welche an vielen Stellen maximal 2 Meter breit ist. Das wird dann mit unseren Fahrzeugen mitunter recht eng, v.a. wenn man noch um Kurven navigieren muss. Es waren einige Stellen dabei, durch die ich nur noch in Schrittgeschwindigkeit durchfahren konnte. Ein Suzuki Jimny wäre hier super gewesen. Es war dann auch über längere Zeit sehr ruhig am Funk, weil sich alle auf die Strecke konzentrieren mussten. Ich bin schon einige sehr schmale Gebirgspisten gefahren, aber das hier war wirklich bis jetzt die engste Geschichte. Letztendlich haben wir auch diese Passage gemeistert, die somit als spannendes Abenteuer in Erinnerung bleibt.

Nach vielen Stunden erreichten wir dann endlich das Tagesziel, die warmen Quellen von Petran. Hier war ich bereits vor vier Jahren gewesen und war etwas überrascht, dass sich doch ein paar Sachen geändert haben. Die Übernachtung kostet inzwischen einen kleinen Obolus, die Stelle an der wir damals übernachtet hattet, ist inzwischen eingezäunt und es waren mehr ausländische Touristen anwesend, als noch vor vier Jahren. Nach dem Gerüttel der vorangegangenen Stunden war das Bad in der warmen Quelle eine wahre Wohltat.

Quelle von Permet

Da ich die Tour nur bis zu diesem Punkt geplant hatte, werden wir morgen früh erst entscheiden, wie es weiter gehen soll.

3 Kommentare

  1. Hallo Stefan, erstmal ein großes Lob für die ausführlichen Beschreibungen. Da auch ich selbsternannter „Albanien-Fan“ bin (2 x mit Motorrad und einmal mit Defender) interessieren mich vor allem die aktuellen Zustände der Pisten. Die „Frasher-Runde“ konnten wir vor 2 Jahren wetterbedingt nicht mit dem Land Rover wagen. Mal sehen, ob es nächstes Jahr klappt. Ich bin gespannt auf weitere Berichte! Viel Spaß und pannenfreies Fahren in Albanien! Beste 4×4-Grüße von Micha aus Pulsnitz

    • Ehrlich gesagt finde ich die Strecke fast grenzwertig. Zumindest mit dem Patrol war nicht mehr viel Platz vorhanden, dann noch die Kurven – bin schon angenehmeres gefahren.
      Andererseits gibt es zwei Dörfer an der Piste und die müssen die Selbstmörderpiste ständig benutzen 😉

  2. Einer der schönsten Tage auf der Tour 🙂

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