Gauja Nationalpark

Nördlich von Riga liegt der Gauja Nationalpark. Namensgeber ist der gleichnamige Fluss, der sich durch die Landschaft schlängelt. Hier kann man mehrtägige Kanu-Touren machen, Naturschönheiten oder mit etwas Glück auch seltene Tierarten beobachten.

Nachdem wir uns am 7. Juli – einem Freitag – durch den Feierabend-/Ausflugsverkehr von Riga gekämpft hatten, gelangten wir am frühen Abend in den Nationalpark. Unweit des Ortes Ligatne gibt es noch eine alte Kabelfähre über den Fluss, welche wir unbedingt ausprobieren wollten. Direkt daneben findet sich ein wunderschöner kleiner Campingplatz, der auch ein beliebter Start oder Rastpunkt für Kanutouren ist. Wie üblich gibt es genügend Platz für uns und eine Feuerstelle ist auch direkt neben unserem Lager.

Der Park ist auch ein beliebtes Ausflugsziel vieler Letten, vermutlich aus Riga, so dass hier am Wochenende etwas mehr los ist, als wir es von der letzten Woche gewohnt waren.

Für den Samstag hatten wir eine Untergrundbesichtigung eingeplant. In der Nähe von Ligatne gibt es auch einen Bunker aus sowjetischer Zeit, der besichtigt werden kann. So begeben wir uns also zu zweit für eine Stunden in den Untergrund. Der Bunker war als zentraler Zivilschutzbunker gebaut worden und sollte im Falle eines Atomschlages die obersten Parteimitglieder in Lettland beherbergen. Von dort aus hätten die „Geschützten“ beobachten können, wie um sie herum die Welt untergeht.
Zum Glück ist es nie soweit gekommen und wir können heute mitunter amüsiert durch solche Einrichtungen laufen. Ähnliche Bunker gibt es übrigens auch in Deutschland, z.B. den ehemaligen Regierungsbunker in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Unser Führer durch den Bunker, Oskar versteht es die Besichtigung kurzweilig zu gestalten und mit einigen witzigen Geschichten aus der Vergangenheit zu versehen. Ein Besuch lohnt also für alle die sich sowas gerne anschauen – eine kleine Mahlzeit ist übrigens auch noch Teil des Programms. Spätestens in der Kantine meint man Teilnehmer an einer Zeitreise zu sein 😉 .

Nun aber endlich zu der kleinen Kabelfähre. Diese wird im Sommer, v.a. an Wochenende immer noch rege benutzt. Ein Fährmann bringt einen für ca. 5 Euro mit Auto an des gegenüberliegende Ufer. Die Fähre wird nur von der Strömung des Flusses bewegt und hängt an einem quer über den Fluss gespannten Stahlkabel. Die nächste reguläre Brücke wäre erst bei Cesis, was ein größerer Umweg ist. Außerdem ist es doch viel lustiger so ein altes Verkehrsmittel zu nutzen.

Wir waren uns etwas unsicher, ob die Fähre auch den Defender mit Hänger transportieren würde, das stellte sich aber als unbegründet heraus. Defender + Hänger passten perfekt auf die Fähre. Viel länger darf das Gespann allerdings nicht sein.

Nächstes Ziel sollte der Soomaa Nationalpark in Estland sein. Mehr davon dann im nächsten Teil.

1 Kommentar

  1. Pingback: Soomaa Nationalpark - sgm-travel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.