Marokko 2013

Von Sidi Ifni zum Plage Blanche

Bevor ich zum Bericht der letzten beiden Tage komme, noch eine Geschichte am Rande, die uns beschäftigt, seit wir in Marokko angekommen sind. Die Zeitzone!

Wieviel Uhr ist hier in Marokko – eigentlich ganz einfach, man stellt in der Hardware, die man so mit sich führt die korrekte Zeitzone ein und schon ist alles super. Nur welche Zone ist korrekt? Wenn ich den Laptop auf UTC umstellen will, wird mir einmal London, Lissabon angeboten, was gleich -1 Stunde ist. Daneben gibt es auch UTC Casablanca, was dann komischerweise -2 Stunden ist. Nach einigem hin- und her hatten wir uns bereits mit den -2 Stunden abgefunden, da das GPS-Gerät dieses auch als Ortszeit anzeigt. Naja, bis wir heute abend plötzlich 1 Stunde zu spät beim angemeldeten Abendessen waren 😉 . Wie peinlich – auf jeden Fall scheint es jetzt doch nur -1 Stunde zu sein. Wenn jemand weiss, was es mit dem UTC-Casablanca auf sich hat, dann kann er das gerne hier als Kommentar hinterlassen 😉 .

Nun aber zu spannenderem! Wir wollten endlich zum Plage Blanche kommen. Schon im letzten Jahr hatten wir kurz überlegt, bis dorthin zu fahren, hatten das dann aber aus Zeitgründen gecancelt. Nachdem der Jeep aufgetankt war, und wir die letzten Besorgungen im ausgestorbenen Sidi Ifni gemacht hatten, ging es los.
„Ausgestorbenes Sidi Ifni?“ – mag sich jetzt der eine oder andere Fragen. Bis auf 2 Ausnahmen geschlossene Läden, niemand auf den Straßen und an den meisten Häusern die Rolläden zugezogen – das verstehe ich unter ausgestorben. Machte fast den Eindruck einer Geisterstadt. Entweder ist hier nur in Hochsaison was los, oder alle waren aufgrund des Hammelfestes unterwegs zu ihren Familien, die dann wohl offensichtlich nicht in Sidi Ifni leben.

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Aber weiter Richtung Süden – zuerst auf einer schmalen, aber gut befahrbaren Asphaltstrasse, auf der uns auch niemand entgegen kam. Die Asphaltstrasse geht dann irgendwann in eine Schotterpiste über und ein paar 100 Meter später hängt man plötzlich an einem Hang fest 😉 . Naja festhängen nur deswegen, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass ich kurz nach Asphaltdecke schon die Untersetzung und die Sperre brauchen würde. Also das komplette Programm aktiviert und weiter.

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Es ging dann noch einige steile Auffahrten hoch, bis wir endlich oberhalb des Plage Blanche standen. Was für ein Ausblick! Ein kilometerlanger Sandstrand, der sich bis zum Horizont erstreckt. Leider zog sich das Wetter etwas zusammen, so dass die Sicht nicht so toll war. Trotzdem wird mir die Fahrt über den Strand noch lange in Erinnerung bleiben.

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Unterwegs haben wir noch 2 spanische Fahrzeuge getroffen, einen Jeep Wrangler und einen Suzuki Vitara. Wie üblich waren die Jungs etwas flotter unterwegs als wir, haben es dann aber am Strand geschafft, sich festzufahren. Man muss wirklich etwas aufpassen, wo man fährt. Wenn wie wir bei Niedrigwasser auf den Strand auffährt, kann in Nähe der Wasserlinie fahren, wo der Sand relativ fest ist, oder einige Meter strandaufwärts, wo der Sand mitunter plötzlich seine Tragfähigkeit verliert und man sich mit dem Auto plötzlich nach unten und nicht mehr nach vorne bewegt. Dadurch das wir den Spaniern bei der Bergung mit guten Tipps „geholfen“ hatten, haben wir auch gleich eine neue Bekanntschaft gemacht. Die Unterhaltung war etwas witzig, denn wie üblich konnten die Spanier nur sehr wenig Englisch, wir dafür kein spanisch 😉 . Aber irgendwie gehts dann doch immer.

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Zum Abschluss des Tages haben wir uns dann einen Übernachtungsplatz auf dem Strand gesucht, in der Nähe der „Ausfahrt“. Morgen wollen wir dann über das Cap Draa bis nach Tan Tan kommen.