Marokko 2013

Militärbekanntschaften und ein Backofen

Es gibt von Tata nach Foum Zguid eine selten befahrene Piste, entlang der algerischen Grenze, die auch mal von der Dakar-Rallye genutzt wurde. Diese wollten wir natürlich fahren, hatten aber auch gelesen, dass man von Tata kommend wohl i.d.R. an einem Militärposten wieder zurückgeschickt wird. Aber ausprobieren schadet ja nicht.

Ich war allerdings etwas skeptisch, ob wir diesen evtl. „Umweg“ wirklich auf uns nehmen sollten, aber sei es drum, nach dem Auftanken in Tata ging es los Richtung Dakar-Piste. Im nördlichen Teil etwas holperig und die Außentemperaturen waren lustig am über die 30°-Marke klettern. Irgendwann sah man von weitem schonden beschriebenen Militärposten, der in diesem Fall schon eher eine befestigte Stellung ist. Man könnte zuerst meinen, Marokko würde sich mit Algerien in einem aktiven Krieg befinden. Zumindest solange, bis die stationierten Soldaten einem in Hawaii-Shorts und Flipflops entgegen kommen. Das Bild werde ich glaube ich lange nicht mehr aus dem Kopf bekommen 😉 .

Den Stationskommandanten hab ich deswegen auch erst auf den zweiten Blick erkannt 😉 . Aber es half alles nichts – „Restricted Area“ – Retour! Zumindest waren die Jungs alle sehr freundlich und haben sich ehrlich über unseren „Besuch“ gefreut, der wahrscheinlich etwas Abwechslung in ihren langweiligen Alltag gebracht hat. Wahrscheinlich sieht es auf der anderen Seite in Algerien ähnlich aus – beide Seiten haben Angst voreinander oder halten den jeweils Anderen für das Reich des Teufels und bewachen in Badelatschen die Grenze 😉 . Muss man nicht wirklich verstehen.

Was ich aber verstehe, dass ich diesen Abschnitt der Piste auf keinen Fall fahren möchte, auch nicht von Foum Zguid kommend. Wer Spaß daran hat, durch ein militärisches Sperrgebiet zu fahren, kann es gerne ausprobieren, ich bezweifle aber, dass man an dem Kontrollposten, den wir später am Tag passierten, durchgelassen wird.

Damit hab ich bereits den weiteren Verlauf vorweggenommen 😉 – von Tata aus kann man einige Kilometer in Richtung Osten fahren, um dann bei N29°49.51 W07°12.25 wieder auf eine Piste einzubiegen. Diese führt immer Richtung Südosten, bis zu einem weiteren Kontrollposten, an dem man dann aber, wenn man angibt Richtung Foum Zguid zu fahren, durchgelassen wird.

Das Thermometer kletterte übrigens weiter Richtung 40° – beim Kontrollposten angekommen fanden die dort stationierten Soldaten es übrigens sehr witzig dass uns das zu heiß sei. Vor einem Monat hätten sie 55° gehabt. Das braucht nun wirklich niemand 🙂 !

So ging es dann bei 42° weiter, immer entlang der algerischen Grenze. Die Landschaft war durchaus abwechslungsreich, nur mir war die Lust auf fotografieren vergangen. Im Heißluftföhn zu stehen und Fotos zu machen, macht nicht wirklich Spaß. Das Innere des Autos fühlte sich inzwischen auch wie ein Backofen an. Schon eine recht spezielle Erfahrung.

An einem Berghang, etwas geschützt vor den nervigen Winden schlugen wir dann auch gegen 16 Uhr unser Lager auf und warteten darauf, dass die Sonne endlich unterging 😉 .

Morgen geht es dann weiter bis ins Erg Chegaga.