Albanien 2013

Welcome to the Vermosh Valley

Das war die Begrüßung eines Albaners, nachdem ich es schon wieder geschafft hatte, das Auto in den Graben zu lenken 😉 . Dieses Mal hatte ich ihn allerdings so ordentlich versenkt, dass ich ohne Hilfe der Defender-Besatzung nicht mehr raus gekommen bin.

Ursache meines „Fehlers“ war ein verunglücktes Wendemanöver – zuerst die falsche Stelle genommen und dann beim losfahren links den Graben übersehen. So überrascht war ich schon lange nicht mehr gewesen, als vorne links plötzlich der gedachte Weg nicht mehr vorhanden war. Tja und dann hängt man da etwas dämlich in der Gegend rum. Da keine Gefahr bestand, dass der Cruiser weiter abstürzt oder umkippt, hatten wir auch etwas Zeit uns die Bergung zu überlegen.

Markus fuhr den Defender auf die gegenüberliegende Flussseite um den Cruiser von hinten sichern zu können. So haben wir dann auch einen der wenigen englisch sprechenden Talbewohner kennen gelernt, der mich als erstes mit „Welcome to the Vermosh Valley“ begrüßte um gleich danach zu bemerken, dass ich nicht der erste wäre, der in diesem Graben hängen würde 😉 .

Der Rest ist schnell erzählt, Defender hinten rechts angehängt, mit Hilfe des Bergegurts das rechte Hinterrad wieder auf den Boden gezogen, so dass ich mit Hilfe der Hecksperre rückwärts aus dem Graben fahren konnte. Nochmal gut gegangen und gleichzeitig hatte die halbe Dorfbevölkerung am nachmittag was zum kucken 😉 . Unsere Nachfrage ob wir unten im Flussbett übernachten könnten, wurde positiv beantwortet und so hatten wir dann auch gleich unseren Übernachtungsplatz gefunden, den letzten in Albanien.

Wir hatten uns am Abend vorher, am Shkodar See dazu entschlossen, zum Abschluss unserer Albanien-Tour noch das Vermosh-Tal zu besuchen. Diesen Entschluss sollten wir auch nicht bereuen, denn es war rein landschaftlich ein krönender Abschluss unserer Rundtour. Leider fährt man momentan einen Teil der Strecke über eine Baustelle. Die Straße nach Tamara wird aktuell komplett neu asphaltiert und verbreitert. Nach Tamara kommt dann allerdings recht schnell die bekannte Waldweg-Qualität, die uns schon seit über 14 Tagen bekannt ist.

Da wir schon schlechtere Wege gefahren waren, kam der Abzweig ins Vermosh-Tal schneller als gedacht. Zu unserer Überraschung landet man mit Einfahrt ins Tal auf einer neuen Asphaltstrasse, die von der montenegrischen Grenze bis zur Talmitte führt. Eine Straße, die aus dem „nirgendwo“ kommt und ins „nirgendwo“ führt 😉 . Muss man nicht verstehen, wie überhaupt wir nach über 2 Wochen Albanien gelernt haben, dass man nicht immer versuchen sollte, alles zu verstehen, was in diesem Land passiert 😉 .

Um bis ans Talende zu kommen, fährt man dann noch kurz durchs Flussbett um dann kurz danach das „Ende der Welt“ zu erreichen. Es führen zwar noch befahrbare Wege weiter, aber diese dürften nach kurzer Zeit auch verschwinden. Man merkt auch, dass es sich immer schon um ein sehr abgeschlossen gelegenes Tal gehandelt haben muss. Während der Diktatur gab es nur einen Weg über die Berge nach Shkodar runter, auf dem man per Eselskarren bestimmt einige Tage unterwegs war. Heute erfolgt die Versorgung v.a. über die Nachbargemeinde auf montenegrinischer Seite.

Mit diesem letzten Unfall und unserem Übernachtungsplatz im Flussbett werde ich dann auch den Reiseblog „Albanien 2013“ beenden. Es steht nur noch die Rückfahrt, entlang der Adria-Küste auf dem Programm, die wir auch etwas gemütlicher angehen werden.

Wer noch mehr von dieser Reise lesen möchte, sollte noch in den Blog von Christiane und Markus schauen – sehr lesenswert!