Marokko 2012

Auf nach Merzouga

Von unserem Schlafplatz hinter der Düne sollte es über 2 Tage bis nach Merzouga  gehen. Zwischenstation wurde nur kurz in Erfoud zum tanken gemacht. Kurz hinter Erfoud ging es auch schon wieder von der Straße runter, auf die nächste Piste. Sofort viel uns die wieder mal unterschiedliche Landschaft zum Vortag auf. Während wir gestern noch viel zwischen kleinen  Dünen und  Sandfeldern unterwegs waren, präsentierte sich hinter Erfoud,  bis algerische Grenze eine knochentrockene Steinwüste.

Mir persönlich  machen die Pisten durch sandigere Landschaften mehr Spaß zum fahren. Aber Spaß sollten wir hier auch noch bekommen. Auf den  beiden Tracks läßt sich sehr  gut sehen, dass wir nicht auf direktem Weg Richtung Merzouga gefahren sind, sondern erstmal einen Schlenker Richtung Norden machten. Wir hatten uns  als Übernachtungsplatz ein Hochplateau ausgesucht, von dem aus  man einen tollen Blick auf die umgebende Landschaft hat.

Der Weg dorthin war dann offroad vom feinsten. Immer wieder mußten Queds durchquert werden, mit  steilen Auf- und Abfahrten. Auch der Übernachtungsplatz war nur mit Einsatz der Untersetzung und der Hecksperre (für mich) erreichbar. Wäre also mit dem Sorento  wahrscheinlich  kein Spaß gewesen, mit dem neuen Toyota alles kein Problem. War  am Abend echt begeistert, was mit dem „kleinen“ alles möglich ist. Das hatte mich dann auch nochmal in meiner Entscheidung bestätigt, den Sorento gegen den Toyota einzutauschen.

Nach einer  ruhigen Nacht, ohne abendlichen Kinderbesuch 😉 ging  es am 20. weiter nach Merzouga. Dafür mußten wir natürlich erst mal das Stück wieder zurück, dass wir gestern gefahren waren. Hat aber trotzdem nochmal viel Spaß gemacht, außerdem wussten wir jetzt, wo wir die Kamera aufstellen mussten, um ein paar nette Außenvideos zu drehen.

Nach dem Offroadpark zog sich die Piste doch länger dahin, als wir das vorher ausgerechnet hatten. Die algerische Grenze war zwischendurch sehr nahe, was  sich jeweils durch das vermehrte Vorhandensein von Grenzposten  äußert. An einigen Stellen wird man auch kontrolliert, die Daten von Fahrer und Fahrzeug erfasst und in einen Ringblock eingetragen. Wozu das Prozedere gut sein, hat sich mir bis jetzt nicht erschlossen, die  Jungs sind aber alle sehr nett und scheinen sich auch über etwas  Abwechslung auf ihrem langweiligen Posten im nirgendwo zu freuen.

Irgendwann tauchten dann mal (endlich) die ersten  kleineren Dünen  auf, also Luftablassen und durchbrettern. Hatte ich schon geschrieben, dass ich das total geil finde, im Sand zu fahren? Leider führen  die Pisten hier in Marokko immer  an den Dünen vorbei und selten mitten durch. Für eine Piste macht das auch Sinn, denn die Einheimischen werden eher selten im  Sand spielen  wollen, die Touris schon 😉 .

Kurz vor Merzouga  ging dann die übliche Tourihölle los. Jeder bietet irgendwas an oder will irgendwas verkaufen, was er in der Wüste aufgelesen hat oder seine Oma an  kalten Winterabenden geklöppelt  hat 😉 . Natürlich ist jeder von den  Jungs Profi auf seinem Gebiet, dem  aufschwatzen 😉 .  Aber egal, wir hatten uns vorher schon einen netten kleineren  Campingplatz ausgesucht, der auch ein eigenes  Restaurant hat, in dem wir ein leckeres Abendessen spendiert  bekamen. So mußten wir die Umzäunung nicht  mehr verlassen und wurden von Kameltouren, Fossilienverkäufern und weiss der Geier sonst was noch, verschont.