Marokko 2012

Auf in die Wüste

Genug durchs Gebirge gefahren, es sollte endlich in die Wüste gehen. Nach dem  Ruhetag in Tinehir waren wir auch wieder bereit für größere Taten 😉 .

Noch kurz was zu unserem Domizil für 2 Nächte. Sehr schöner Campingplatz (Le Soleil), mit fast europäischem Standard. Dort könnte man es auch locker ein paar Tage länger aushalten. Nachteil des Platzes, er liegt in unmittelbarer Nähe zur Oase, damit hat man immer Lärm. Morgens um 4:30 Uhr wird man vom Muezin  geweckt und wenn der nicht ruft, dann bellt garantiert irgendwo ein  Köter oder dem Esel vom Nachbarn geht gerade mal wieder einer ab.

Aber zurück zu wichtigerem, der Tagestour:

Vor die Wüste hatte die Natur aber noch mal einen Gebirgskamm gesetzt, den es zu überqueren galt. Man kann auch drumherum fahren, dass ist dann allerdings auf einer langweiligen  Teerstraße. Das geht mal garnicht, also gab es für uns nur den Weg obendrüber, über einen holprigen, ausgefahrenen Pass.

Die schlechte Wegstrecke wurde allerdings durch grandiose Bergpanoramen entschädigt. Man  merkte auch, dass die Landschaft immer trockener wurde. Bereits vorgestern bei der Überquerung des Atlas, ließ sich ein Unterschied zwischen westlichem und östlichem Berghang feststellen. Heute war  der Unterschied dann zwischen trocken und sehr trocken 😉 .

So langsam staubt alles ein. Das Auto sieht innen auch schon nach Wanderdüne aus. Unterwegs bewahrheitete sich mal wieder unser Reisemotto: „in Marokko bist du nie alleine“. Auf der Passhöhe, mitten im nirgendwo, kommen uns 2 Souvenirverkäuferinnen entgegengewackelt und wollen ihr Zeugs an den Mann bringen. Selten so gelacht!

Auf der Abfahrt kommt  uns eine Gruppe  deutscher Moppedfahrer entgegen. Einige der Gruppe hatten schon ziemlich zu kämpfen mit der Strecke. Der letzte Fahrer der Gruppe, auf einer Gummikuh legt sich auch prompt auf die Nase, als er an mir vorbeifahren möchte. Resultat: eine tiefe Schramme in der Beifahrertür. Mein erster Gedanke, das glaubt mir niemand! Da kommt man ohne Schaden durch die Rushhour in Tanger und paßt auch sonst überall auf, dass einem keines der Bonbonkinder auf die Motorhaube hoppst und dann fällt einem ein deutscher Moppedfahrer in die Türe 😉 .

Zum Abschluss des Tages fanden wir noch mitten in der Wüste, abseits  der befestigten Straße einen wunderschönen Campingplatz. Sehr  nette Besitzer und nachts sehr ruhig! Hier hört man keinen Muezin morgens um 4:30 Uhr rufen und auch keinen Esel alle 30 Minuten plärren.